Wonder Woman ★★★★½

Für einen guten DC Film braucht es entweder zehn fähige Männer oder eine Frau

DCs Version des "The First Avenger" macht sehr vieles richtig um Spannung für ein tolles DCU und einen eventuellen Justice League Film aufzubauen. Leider kommt er vier Jahre zu spät dafür.

Während Suicide Squad und Batman v Superman an ihrem eigenen Hype und ihrer Aufgeblasenheit ersticken, kommt Wonder Woman von hinten übers Feld gerannt und überholt mit einem Satz die Männer, die sich gerade untereinander prügeln. Gerade der erste Akt ist eine Meisterleistung des World Buildings, der Charaktereinführung und Action Inszenierung. Die eigentliche Heldin ist hier noch nicht Diana sonder Antiope, der Robin Wright die nötige Gravitas einer altgedienten Generälin verleiht ( sie wurde quasi direkt vom Ende der 5. Staffel House of Cards in Wonder Woman katapultiert). Doch kann sie auch kämpfen. Der erste große Kampf ist eine Mischung aus Troja und D-Day. Ich habe jede Sekunde genossen.

Der Übergang in den zweiten Akt ist etwas schleppend, weil vor allem Steve Trevor der langweiligste Charakter im Film ist, der viel zu viel Story bekommt. Man will, wie Diana, eigentlich gleich an die Front.

Das Finale des dritten Aktes geht leider 15 Minuten zu lange und gerade der Endgegner ist sehr enttäuschend, weil er die eigentliche Botschaft des Films kaputt macht. Hier fällt der Film wieder in alte DCU Muster der opulenten CGI-Schlacht zurück, die man bei Wonder Woman eigentlich überwunden geglaubt hatte.

Die Antagonisten des Films, General von Ludendorff und Doktor Maru sind vielleicht überzeichnet, aber gerade deswegen haben sie mir persönlich gefallen.

Abzüge in der B-Note gibt es also für die generelle Überpräsenz Steve Trevors, der auch als Love Interest völlig überflüssig ist (in gewisser Weiße spielt hier die "Born Sexy Yesterday" Trope mit rein). Auch das Finale ist ein einziges Chaos und macht wie schon gesagt die Botschaft des Filmes kaputt.

Was ich jetzt hoffe ist, dass DC daraus lernt. Für den Justice League Film mag es zu spät sein, aber auf lange Sicht müssen sie erkennen, was Wonder Woman gut gemacht hat um überhaupt noch eine Zukunft zu haben.

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