John Wick: Chapter 3 - Parabellum

John Wick: Chapter 3 - Parabellum ★★★½

Es gelingt erneut. Die Fortsetzung der John Wick Reihe kann makellos mit ihren Actionsequenzen überzeugen - brutal und skrupellos - . Auch dieser Ableger kann an vergangenen Stärken anknüpfen, schafft es zwar ein strigentes Ziel zu verfolgen, hat aber mit einem inhaltlichen Problem zu kämpfen, was der beeindruckenden Präsens dieses Werks jedoch keinen Schaden zufügt.

Wichtig ist allerdings erst eine Betonung und Erläuterung der Vorgänger im Bezug auf Parabellum. Im ersten Kapitel war es Rache die John Wick führte und den Ton der Handlung vorgab. Teil 2 wiederholte eine ähnliche Prämisse, jedoch fokussierter und weniger an Belanglosigkeiten klammernd. Das dritte Kapitel knüpft direkt an Teil 2 an, lässt Wick mit den Konsequenzen handhaben und der Zuschauer verfolgt seine Reise, aber eher eine Flucht, die ihn doch wieder ins Continental (New York) führt. Seine Endsituation beruht erneut auf Rache und die Leiden, welche ihn quälten lassen dies auch authentisch wirken. Die Handlung ist dies in manchen Teilen leider nicht.

Eine direkt fortsetzende Geschichte, welche weiterhin die Welt erweitert. Wie bereits erwähnt, knüpft die Handlung direkt an die des zweiten Teils an, was definitiv gut funktioniert. Es war wichtig, seinen eigentlichen Weg aus dieser Lage zu sehen, da dies der perfekte Vorwand war, weitere Figuren vorzustellen. Leider sind die neu eingeführten Figuren hier ausschließlich Mittel zum Zweck. Man erfährt keinen direkten Hintergrund, sieht die neuen Figuren nur wenig und nur der Zuschauer ist unwissend. Das einfache Auftauchen dieser "Mittel" lässt jegliche Authentizität missen. Man fühlt regelrecht das Hinarbeiten zu Action, aber sehr mühselig und im Sinne, ob das jetzt nötig sei. Dabei sind die Figuren nicht uninteressant und eine nähere Beleuchtung ihrer Intentionen und Bezüge zu der hohen Kammer, wenigstens in kleiner Form, hätte dialogbasiert Authentizität schaffen können. Dennoch wird die Welt erweitert, was auch primär durch die neuen Schauplätze geschieht.

Die Rahmenhandlung verläuft zielgerichtet auf den Krieg im Continental zu. Ziemlich clever, werden weitere Aspekte der hohen Kammer in der Handlung erläutert, welche das Gesamtbild auf das Geschehen inhaltlich positiv beeinträchtigt. Die allgemeinen Dialoge treffen ebenfalls ordentlich durchdacht auf den Zuschauer, da sie in ihrer Welt Kohärenz und eine intelligente Formulierung berücksichtigen. Gerade die Dialoge zwischen John Wick und den Verwaltern des Continentals wirken gut durchdacht, was die Wendung am Ende zwar vorhersehbar, aber dennoch erschreckend macht. Wichtig ist jedoch der Fokus, welchen der Film zu keiner Sekunde und selbst in der Wüstensequenz nicht verliert, was in einigen Filmen immer von allen Winkeln ausgeschlachtet werden muss. Hier lag der Fokus allerdings auf dem nachfolgenden Gespräch mit der hohen Kammer.

Audiovisuell eindrucksvoll - ein toll choreographiertes Spektakel. Natürlich kann auch in diesem Ableger, der für einer solchen Action berüchtigten, John Wick Reihe. Gerade die Beleuchtung und Inszenierung der Action fällt da besonders positiv auf. Mal etwas mysteriöser, mal offen, laut und schnell, aber eben auch mal einfach nur direkt und ohne große Variationen, wie harte Action sein sollte. Tatsächlich "teilt" der Film sich hier noch ein wenig besser, als in den Vorgängern auf, ob nun mit Schuss - /Stechwaffen, oder ohne gekämpft wird. Diese choreographierte Variation funktioniert großartig. Des Weiteren sieht der Film in keinerlei Szenen künstlich aus und schafft es wenigstens im optischen Bereich ziemlich authentisch zu wirken. In manchen Actionsequenzen untermauert nur eine ruhige Musik das Geschehen, um dies selbsterklärend natürlicher und härter wirken zu lassen, was mit Bravour glückt. Der andere Soundtrack fiel nicht anderweitig aus, untermauert aber auch die anderen Teile des Films gut. Die Action kam man auch im dritten Kapitel als brilliant choreographiert und konsequenzlos brutal beschreiben.

Insgesamt ist John Wick: Kapitel 3 Parabellum ein weiterer geglückter Eintrag in die Reihe, dem erneut seine Handlung als Schwäche innewohnt. Hier jedoch besonders.

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