Blue Jasmine

Die Konfrontation zwischen Arm und Reich oder auch nur die Konfrontation zwischen Normalverdiener und den piekfeinen Superreichen ist seit jeher eine beliebte Thematik. Wenn die Superreichen sich auf einmal zu uns Normalsterblichen herab begaben müssen, dann werden daraus gerne mal die immer gleichen, banalen Komödien gestrickt, die meistens gegen Ende im immer gleichen, banalen Zuckerguss enden und, wer weiß was alles, von der Entdeckung des "einfachen Lebens" herunterbeten.

Woody Allen versucht sich in BLUE JASMINE zwar aus diesen Klischees raus zu mogeln, indem er zumindest den Zuckerguss weglässt, ziemlich pessimistisch endet und sich vornehmlich vermeintlich nur auf seine Hauptfigur Jasmine konzentriert aber die meiste Zeit über ist leider auch BLUE JASMINE nur ein stumpfes Bad in allen Klischees, das mich kaum bis gar nicht überzeugen konnte.
Der Film ist von einer gruselig schwammigen Stimmung geprägt, die nie zu einer Atmosphäre werden will. Die ganze Zeit über hatte ich das Gefühl, der Film wollte eine Tragikomödie werden, nur dass weder die lustigen, noch die tragischen Momente hier irgendeine Wirkung auf mich hatten. Beide Momente geben sich hier ungelenk, platt und wenig einfühlsam die Hand und ich fand ausnahmslos jede Figur furchtbar.

Gut, ja, das Aushängeschild des Films funktioniert wie eine geölte Maschine. Cate Blanchett spielt wahrlich grandios und es zeichnet wohl die allergrößten Schauspieler/innen am Ende dann auch aus, auch in noch so banalen, platten und oberflächlichen Filmen eine überragende Leistung abzuliefern aber nicht einmal Blanchetts tolle Performance konnte mich am Ende darüber hinwegtäuschen, wie haarsträubend uninteressant ich BLUE JASMINE fand. Weder der althergebrachte Konflikt zwischen Arm/Normal und Superreich, noch unsere gebeutelte Hauptfigur Jasmine gaben mir hier irgendetwas interessantes oder spannendes mit. Ich hatte ständig nur das Gefühl, dass alle wichtigen Szenen fehlen ...