Assassin's Creed

10. Film unseres Videospielverflilmungen Marathons.

Da sitzt man 2 Tage lang mit Freunden in einem abgedunkelten Zimmer, sieht sich einen Film nach dem anderen an, hat dabei Spaß, aber irgendwann wird man natürlich auch ein bisschen müde. Und dann kommt als Finale ausgerechnet ASSASSIN'S CREED. So sehr ich über die beiden Uwe Boll Filme gemeckert habe, konnte ich mich bei ihnen wenigstens mental auf das vorbereiten, was mich erwarten würde. ASSASSIN'S CREED traf mich hingegen völlig unerwartet mit seiner geballten Schlechtheit. Das tat weh.

Wie inzwischen anscheinend jede aktuelle Videospielverfilmung lässt sich ASSASSIN'S CREED viel Zeit, um seine Geschichte zu erzählen - wobei davon etwa eine Viertelstunde auf den Abspann entfällt, denn es waren eine Menge Köche an diesem Brei beteiligt. In den übrigen 2 Stunden sehen wir wahlweise Michael Fassbender in der Gegenwart als Versuchskaninchen in einer Maschine hängen oder in Flashback-Episoden durch das Spanien des 15. Jahrhunderts hüpfen. Das traurige ist, dass ich die Hintergrundgeschichte der ASSASSIN'S CREED Spiele eigentlich gar nicht so ungeeignet für einen Film finde. Aber hier wurde sie so sehr zusammengeschrumpft, das nicht mehr viel übrig bleibt. In diesem ganzen verdammten Film passiert einfach viel zu wenig! Die in der Vergangenheit spielenden Szenen liefern zwar ganz nette Stunts ab, aber werden größtenteils auf plumpe Action reduziert. Dabei hätte man hier doch einiges an Potential gehabt?

Irgendwann beginnt unser Held, die Fähigkeiten seiner Vorfahren in die Gegenwart zu übernehmen. Das ist der Punkt, an dem ich mir dachte: Endlich geht es richtig los! Wir sehen ihn theatralisch auf einem Dach stehen, denn ein paar edle Bilder hat dieser Film durchaus zu bieten. Und dann... passiert einfach wieder nichts. Das Finale ist die jämmerlichste Enttäuschung, die ich seit langem ertragen musste. Ich saß mit offenem Mund vor dem Abspann und konnte nicht begreifen, wie man ein Drehbuch dermaßen in den Sand setzen kann. Von allem Videospielverfilmungen an diesem Wochenende war diese die größte Enttäuschung, denn hier kann sich nicht einmal damit herausgeredet werden, dass man kein Budget gehabt hätte. Ganz, ganz bitter.

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