Await Further Instructions ★★★½

Familienstreitereien zu Weihnachten sind anstrengend, und dann wird man auch noch plötzlich im Haus festgesetzt. Eine Quarantäne-Maßnahme der Regierung? Nur über den Fernseher werden Botschaften übermittelt, und die haben es in sich. Während der dominante Familienvater darauf besteht, dass man den Befehlen blind zu folgen habe, sind einige Anwesenden skeptisch, ob das wirklich zu Ihrem Besten ist.

AWAIT FURTHER INSTRUCTIONS fühlt sich an wie eine Folge der TWILIGHT ZONE oder von BLACK MIRROR. In der Ausnahmesituation eskalieren die Probleme, die die Familienmitglieder sowieso schon miteinander hatten, sehr schnell. Außerdem geht es darum, ob wir alles glauben sollen, was das Fernsehen uns erzählt, und wie bereitwillig wir Befehlen folgen, ohne sie zu hinterfragen.

Das alles hat mir eigentlich ziemlich gut gefallen, allerdings hatte ich zwei Probleme mit dem Film, die für mich schwerer wiegen, je mehr ich darüber nachdenke.

Zum einen werden die meisten Charaktere DERART überzogen bösartig oder abgestumpft dargestellt, dass sie zu reinen Karikaturen verkommen. Die einzigen halbwegs normal agierenden sind hier die beiden Protagonisten, und sobald sie mit dem Rest der Familie in einem Raum sitzen, wirkt es, als hätte man echte Menschen mit Comicfiguren gemischt. Natürlich gibt es Familien, in denen überproportional viele Arschlöcher vorkommen. Und natürlich würden viele von uns im Schockzustand nicht mehr klar denken können. Aber hier wurde meiner Meinung nach über das Ziel hinausgeschossen.

Ein zweites Problem ist das Ende. Ohne zu spoilern: An sich fand ich es nicht schlecht, aber vielleicht hätte man weniger zeigen sollen, damit nicht durch die letzten Szenen noch so viele Fragen aufgeworfen werden?

Trotz dieser Schwächen habe ich mich gut unterhalten gefühlt und sehe genau solche kurzweiligen Mystery-Filme gerne beim FFF. Deshalb runde ich die 6,5/10 auf.

WARNUNG: Der Trailer spoilert das Ende.

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