Batman Forever ★★

4. Film unseres "Batman" Marathons.

BATMAN FOREVER war lange Jahre der einzige Film, bei dem ich den Kinosaal verlassen habe. Es lag nicht mal an der Qualität... Der Ton war einfach nur viel zu laut eingestellt, und mit meinen zarten 13 Jahren waren meine Gehörgänge noch etwas sensibler als heute. Nachdem ich ihn jetzt zum ersten Mal komplett gesehen habe, muss ich gestehen, dass es kein Verlust war.

Was soll das bitte für ein Quatsch sein? Two-Face bekommt keine Hintergrundgeschichte verpasst und wirkt, als wäre er nur eingebaut worden, damit sich die Setdesigner austoben können. Jim Carrey spielt Jim Carrey und grimassiert dabei dermaßen übertrieben, dass ich darüber fast vergessen hätte, dass er tatsächlich schauspielern kann. Nicole Kidmans Charakter ist ein extrem unangenehmer Groupie und jede einzelne Szene mit ihr und ihren anzüglich halb geöffneten Lippen versprüht Fremdscham. A propos Lippen - Val Kilmer überzeug kaum in der Titelrolle. Und bei dem auf cool machenden, eher unsympathischen Robin fragte ich mich durchgängig, wieso er überhaupt von Bruce Wayne adoptiert wurde. Nichts passt hier zusammen.

Immerhin kann man den Film dafür loben, dass er schön bunt ist. Wer Neonfarben mag, kommt hier nach den düsteren Tim Burton Filmen auf seine Kosten. Und dann das Finale in diesem seltsamen CGI-Gebäude, das aussieht als hätte man noch zwei Tage vor Release die Demo eines 3D-Programms entdeckt. Hier wird sich ausgetobt... und das verleiht dem Film immerhin einen eigenen Stil. Der wirkt halt nur wenig geschmackvoll.

Vielleicht wäre ich nicht ganz so kritisch, wenn ich nicht am selben Wochenende andere Batman-Filme gesehen hätte, die den überdrehten Comicstil (Burton) oder ein gutes Drehbuch (Nolan) besser hinbekommen. Alleine wenn man diesen Two-Face mit dem aus THE DARK KNIGHT vergleicht, liegen dazwischen Welten!

BATMAN FOREVER besitzt ein gewisses Trash Appeal, aber ein guter Batman Film ist es nun wirklich nicht.