Beyond the Gates ★★½

Eine Horrorvariante von Jumanji zu drehen, gefällt mir als Idee unheimlich gut. Aber was bin ich enttäuscht von der Umsetzung! So viel verschenktes Potential auf einem Haufen habe ich lange nicht mehr gesehen.

Warum sieht man sich einen solchen Film an? Man will die Leute natürlich das Spiel spielen sehen. Aber das passiert nicht. Erst kommt eine nicht enden wollende Einführung der Charaktere und ihrer uninteressanten Probleme (es sind B-Horror-Movie-Charaktere, sie langweilen nur)... und wenn man denkt, dass es jetzt endlich losgeht, hören sie direkt wieder auf. Und so geht es weiter. Sie bewegen die Figur - und machen dann erste mal minutenlang etwas anderes. Die Frau will ständig hoch ins Bett und die beiden Männer haben abwechslend zu viel Angst. Was ist da los? So funktioniert der Film nicht! Letztenendes sieht der Spieleanteil an der Handlung so aus, dass gerade einmal vier Aktionen erledigt werden.

Wenn gespielt wird, macht der Film Spaß. Es gibt heftige Bluteffekte und eine wundervolle VHS-Dame. Aber mit dem eigentlichen Spiel wird erst viel zu spät begonnen und dann wird es kaum ausgereizt.

Außerdem hat mich gestört, dass vieles keinen Sinn ergibt. Wenn man ein Brettspiel in den Mittelpunkt der Handlung stellt, sollte man sich Regeln dafür überlegt. Sie müssen nicht komplex sein, Jumanji hat auch mit ganz simplen Regeln funktioniert. Hier wird mal gewürfelt, dann nie wieder. Sie spielen zu dritt, aber wer an der Reihe ist, scheint völlig wurscht zu sein. Wieso gibt es überhaupt drei Figuren? Dann diese ominösen Karten... sie decken einfach alle auf, ohne Konsequenzen? Es ist völlig abstrus! Beim Finale habe ich dann geistig abgeschaltet, weil mir das, was das Spiel tut, zu beliebig vorkam.

Sehr schade, denn die Grundidee gefiel mir wie gesagt sehr und die wenigen richtigen Spielzenen machen Lust auf mehr. Gut gemeinte 2 1/2 Sterne dafür... Vielleicht kommt ja mal ein Remake.

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