CarousHELL

CarousHELL

Wenn man sich im Low Budget Bereich bewegt, gibt es diese magische Grenze, ab der man sich denkt: "Hey, das sieht aus als hätte ich es mit einem iPhone und meinen Kumpels im Hinterhof drehen können!" CAROUSHELL ist einer dieser Filme.

Aber habt ihr das Poster gesehen? Und den Titel? Es geht um ein mordendes KARUSSELPFERD! Wie gut! Duke hat genug von seinem eintönigen Arbeitsalltag, bei dem er sich immerfort im Kreis bewegt und unerzogene Gören auf seinem Rücken ertragen muss. Er reißt aus und beschließt, Rache zu nehmen. Blutige Rache. Dabei beglückt er das trashfreudige Prublikum nicht nur mit unterschiedlichen Tötungsmethoden, die in ihren blutigen Details zelebriert werden, sondern auch mit den dazu passenden Onelinern. Die monotone Stimmlage seines Sprechers ist dabei tatsächlich witzig und man schließt das Pferdchen... verzeihung... Einhorn schnell ins Herz.

Alles könnte so schön sein, wären da nicht die menschlichen Charaktere. Sie sind nicht nur denkbar unsympathisch und dämlich, sondern auch noch extrem nervig. Die Protagonistin beispielsweise wird als Social Media süchtig dargestellt, was sich darin äußert, dass sie hinter jeden gesprochenen Satz ein "Hashtag XYZ" hängt und ihr Handy nicht aus der Hand legt. Was als Gag nach spätestens fünf Minuten ausgereizt war, wird den gesamten Film durchgezogen. Dann wäre da noch die Party (natürlich spielt der Film größtenteils auf einer Party!). Ein Typ rennt herum und lässt sich von allen Mädels die Brüste zeigen, während er eklig lacht und dabei total den Ton übersteuern lässt. Und so geht es weiter. Ich glaube, dass es auch homophobe Witze und solche über Brustkrebs gab, aber weil die Tonqualität wirklich schlecht war, habe ich nicht alles 100%ig verstanden. Was ich aber mit Sicherheit sagen kann, ist, dass die Partyszenen sich viel zu sehr in die Länge ziehen, bis Duke endlich ins Haus kommt und aufräumen darf.

CAROUSHELL hat mit dem Killer-Einhorn einen dicken Pluspunkt, und die Todesszenen gehen ebenfalls klar. Da verzeihe ich gerne die schlechte Tonqualität und Effekte... um das Einhorn laufen zu lassen, hat man manchmal das Gefühl, dass einfach ein transparentes PNG bewegt wurde. Was ich allerdings nicht verzeihen kann, sind die anstrengenden Szenen auf der Party, die wegen der dämlichen Charaktere überhaupt keinen Spaß machen. Anscheinend wurde hier der Humor überschätzt, der grob im Bereich einer Klassenfahrt von Neuntklässlern angesiedelt ist. Deshalb nur ein Stern.