Child's Play ★★★½

Remakes oder Reboots von Kult-Horrorfilmen haben häufig das Problem, dass sie mindestens überflüssig und schlimmstenfalls eine Beleidigung der Fans sind. Friday the 13th, ich schiele in deine Richtung. Aber es gibt glücklicherweise immer mehr löbliche Ausnahmen, die das Original mit frischen Ideen neu interpretieren und ein Mindestmaß an Qualität bieten. Evil Dead unterhielt zum Beispiel ohne Ash und hier wurde mal eben Chuckys Serienmörder-Seele komplett gestrichen. Kein Charles Lee Ray mehr, der auf übernatürliche Weise im Körper einer Puppe landet, sondern hier läuft einfach nur die Technik Amok. Und es funktioniert für mich trotzdem überraschend gut.

Wahrscheinlich entscheidet der Anfang direkt, ob man den neuen Child's Play mag oder hasst. Die bekannte Hintergrundgeschichte wird nämlich nicht nur abgeändert, sondern man soll als Zuschauer hinnehmen, dass ein paar Zeilen Code ausreichen, um einem Kinderspielzeug eine Art freien Willen zu geben. Dass Chucky komplett ohne übernatürliche Erklärung zu intellektuellen Höchstleistungen im Stande ist, ist halt einfach so. Aber mich hat es nicht gestört, denn der Film macht immer wieder klar, dass er sich nicht ernst nimmt. Und das passt zum Erbe der Reihe, die nach den noch relativ ernsten Anfängen in komplett übertriebenen Quatsch abdriftete. Wer Grusel erwartet, ist hier nicht unbedingt richtig. Wer hingegen einfach nur Spaß mit einem Puppen-Slasher haben möchte, schon. Und es geht sogar überraschend saftig zur Sache, wenn Chucky die diversen Schneidewerkzeuge einsetzt. Die Schauspieler sind außerdem besser, als man es erwarten würde. Mehr Morde hätten es allerdings ruhig sein dürfen. Und ich kann mich leider immer noch nicht richtig mit Chuckys Redesign anfreunden, durch das er für mich ein völlig anderer Charakter als früher ist. Trotzdem knappe 3,5 Sterne, weil es genug schlechtere Horror-Reboots gibt.