Close Encounters of the Third Kind ★★★★

3. Film unseres Steven Spielberg Marathons.

MEINE MEINUNG ALS KIND:

Was für ein merkwürdig langer Titel... UNHEIMLICHE BEGEGNUNG DER DRITTEN ART. Wie sollte man sich den denn merken? Und warum war dieser Film so sterbenslangweilig, obwohl es um eine Alieninvasion ging? Steven Spielberg stand in meinen Augen für phantastische Abenteuer mit Action und beeindruckenden Effekten. Ich liebte alle Indiana Jones Teile und natürlich Jurassic Park, auch wenn ich knapp zu jung war, um ihn im Kino sehen zu dürfen. Aber dieser Film war für mich überhaupt nicht typisch für ihn. Es sollte um Aliens gehen, aber wo blieben sie denn? Stattdessen gab es zuerst einen Haufen unzusammenhängend wirkender Ereignisse und dann begannen alle Leute, Berge zu formen. Das blieb mir als einzige Szene wirklich in Erinnerung. Dass am Ende tatsächlich Kontakt aufgenommen wurde, schien mich hingegen schon gar nicht mehr zu interessieren, denn ich erinnerte mich überhaupt nicht an das Ende. Nein, ich konnte mit diesem Film leider überhaupt nichts anfangen.

MEINE MEINUNG HEUTE:

Wegen meiner Abneigung als Kind waren meine Erwartungen ziemlich gedämpft, aber UNHEIMLICHE BEGEGNUNG DER DRITTEN ART gefiel mir dann deutlich besser als erwartet. Vor allem eines stach für mich hervor: Die Parallelen zu angeblich echten UFO Fällen.

Zu der Zeit als Akte X anlief sammelte ich wie besessen jeden Zeitungsartikel über UFOs, den ich in die Hände bekam. Und das waren einige, denn durch den Erfolg der Serie war das Thema sehr beliebt. Schon damals war mir klar, dass die Aussagen angeblicher Entführungsopfer ziiiemlich unglaubwürdig klangen... Aber es war spannend, den Gemeinsamkeiten nachzugehen, und ich mochte den angenehmen Grusel dabei. UNHEIMLICHE BEGEGNUNG DER DRITTEN ART greift viele Elemente auf, die ich aus meiner guten alten UFO Mappe kannte. Die Lichter am Himmel, die nicht nur von Menschen am Boden, sondern auch von Piloten beobachtet werden... der Ablauf der Entführungen... das Aussehen der Außerirdischen... Der Film wirkte auf mich, als hätte Spielberg sich extra zu dem Thema beraten lassen, um möglichst viele UFO Klischees zu verarbeiten, und das war auch tatsächlich der Fall. Mir hat gerade dieser "realistische" Ansatz gefallen, gerade weil ich UFO-Berichten von Entführungen und kleinen grünen Männchen keinen Glauben schenke. Aber es ist spannend, sich zu fragen, was wäre, wenn an diesen ganzen albern wirkenden Geschichten doch etwas dran wäre.

Was außerdem auffällt, ist der erstaunlich optimistische Ansatz des Films. Da landen Aliens, die zuvor haufenweise Menschen entführt haben, und ihr empfangt sie nicht mit Waffen? Meine spätere Jugend war von Filmen wie INDEPENDENCE DAY und STARSHIP TROOPERS geprägt, in denen das Militär die erste Anlaufstelle für Alienfragen ist. Was für ein Kontrast zu den 80ern, in denen Spielberg mit UNHEIMLICHE BEGEGNUNG DER DRITTEN ART und E.T. eine Botschaft des friedlichen Miteinander verbreitete. Selbst die "Bösen", die unsere Helden zunächst aufhalten wollen, sind eigentlich gar nicht so schlimm. Und am Ende sind wir alle glücklich und sehen uns minutenlang bunte Lichter an... die übrigens auch heute noch wirklich schön aussehen.

Letztendlich ist das, was mir an diesem Film am besten gefallen hat, aber sein spannender Aufbau. Nach und nach werden mysteriöse Puzzlestücke zusammengesetzt, die zuerst gar nicht zusammen zu passen scheinen. Und das ist eben doch typisch für Spielberg, auch wenn ich es als Kind nicht so gesehen habe: Man kann staunen.