Contagion ★★★★

Unter den Schreckensszenarien, die mir Unbehagen bereiten, rangiert der hochgradig ansteckende Killervirus ziemlich weit oben. Während der Ebola Epidemie 2014 gab es Momente, in denen ich mich in Frankfurt etwas mulmig fühlte. CONTAGION greift diese Angst auf, indem er detailliert die Ausbreitung einer bislang unbekannten Krankheit darstellt. Zuerst sind es nur einige wenige Paatienten mit grippeartigen Symptomen, aber als die Gesundheitsbehörden begreifen, womit sie es zu tun haben, sind schon zu viele weitere infiziert, um eine weltweite Ausbreitung zu stoppen. Die verzweifelteSuche nach einem Heilmittel beginnt, während die Bevölkerung machtlos versuchen muss, die Ruhe zu bewahren.

Was mir an CONTAGION besonders gut gefallen hat, ist sein realistischer Ansatz. Man hätte bei dem Thema leicht die Panikmache auf die Spitze treiben und sich genüsslich in Blut, Schleim und Ausahmezustand suhlen können. Stattdessen wird der Ablauf aber fast dokumentarisch beschrieben, wobei man eine Hand voll Personen in unterschiedlichen Positionen begleitet. Egal ob besorgter Familienvater, Blogger oder Forscherin, sie waren alle gut gespielt und wirkten glaubwürdig. Der Horror findet vor allem im Kopf statt, wenn man sich vorstellt, wie man reagieren würde. Und auch so ist das alles äußerst spannend.

Leider kann ich keinen Vergleich zu anderen "Killerseuchen-Filmen" wie OUTBREAK ziehen, weil ich die wenigen, die ich kenne, vor zig Jahren zuletzt gesehen habe. Aber in meiner Erinnerung waren sie deutlich actionlastiger und weniger auf Realismus getrimmt.