Cottage Country ★★½

Ich hatte so etwas wie einen zweiten TUCKER & DALE erwartet und wurde bitter enttäuscht. Dabei fing der Film noch ganz vielversprechend an: Ein verliebtes Pärchen, das kurz vor dem Heiratsantrag steht, zieht sich für einen Kurzurlaub in eine Waldhütte zurück. Leider taucht dort aber auch der nervige Bruder samt derzeitiger Lebensabschnittsgefährtin auf. Vorbei ist es mit der Ruhe. Wirklich unangenehm wird es dann, als der Störenfried durch einen "Unfall" das Zeitliche segnet.

Ab dieser Stelle hätte der Film nun mit wahnwitzigen Vertuschungsaktionen unterhalten können. Leider geht ihm aber genau hier bereits die Luft aus. Eine Sache unterscheidet ihn grundlegend von TUCKER & DALE: Die Hauptcharaktere sind nicht nett. Im Gegenteil, es stellt sich heraus, dass sie kaltblütig über Leichen gehen. Diese Wendung hatte ich nicht erwartet und sie hat finde ich überhaupt nicht gepasst. Als der Geist des Bruders auftauchte, habe ich kurz gehofft, dass dieser nun eine größere Rolle spielt, aber das wurde gar nicht wieder aufgegriffen. Dabei hatten er und seine Freundin am Anfang die Lacher auf ihrer Seite und dem Film fehlte ohne sie etwas. Wie gesagt: Soll ich ernsthaft die beiden Mörder anfeuern? Und ganz am Ende wird es dann sogar richtig tragisch.

Ich liebe schwarzen Humor. Aber ich möchte in einem Film jemanden haben, der mir entweder sympathisch ist oder den ich witzig finde. Beides war hier nicht der Fall. Schade um den vielversprechenden Anfang und die Nebencharaktere.