Desierto ★★★½

Wie in der Ansage beim Fantasy Filmfest schon richtig angemerkt wurde, hat DESIERTO einen unnagenehm aktuellen Bezug. Was wäre, wenn wir an der Grenze wirklich einfach auf illegale Einwanderer schießen würden? Was sich so locker flockig im Wahlkampf dahin sagt, ist in der Realität genau so unmenschlich, wie in diesem Film dargestellt. Hier nimmt ein Amerikaner das Gesetz selbst in die Hand, als er eine Gruppe Mexikaner in der Wüste entdeckt, die gerade die Grenze in sein geliebtes Heimatland überquert haben. Mit seinem Hund beginnt er Jagd auf sie zu machen und zeigt dabei kein Mitleid.

Aber DESIERTO ist keinesfalls ein Flüchtlingsdrama, das mit traurigen Schicksalen auf die Tränendrüse drückt. Er ist sehr flott inszeniert und konzentriert sich voll und ganz auf die Menschenjagd. Die Charaktere werden so knapp vorgestellt, wie es eben nötig ist, aber eigentlich reicht das auch. Denn wenn man zu Tode gehetzt wird, spielt die Vergangenheit sowieso keine große Rolle. Dafür muss man als Zuschauer aber auch eine gewisse Vorhersehbarkeit in Kauf nehmen. Es passiert wirklich nicht viel mehr, als dass Menschen durch die Wüste gehetzt werden. Das ist allerdings sehr spannend inszeniert und wurde in tollen Bildern festgehalten. Gelangweilt habe ich mich nicht.

Heimlicher Star des Films ist übrigens der Hund. Er wird nicht nur als Waffe dargestellt, sondern als Freund und Helfer - nur halt leider auf der falschen Seite. Die Szenen mit ihm sind jedenfalls sehr gelungen.

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