Enemy ★★★½

Nachdem ich von Denis Villeneuve bereits ARRIVAL und PRISONERS kenne, die mir sehr gefallen haben, war ich besonders gespannt auf ENEMY. Der Mystery und Mindfuck Einschlag sollte hier besonders groß sein, und außerdem machte mich schon das Poster neugierig.

Tatsächlich ist ENEMY weniger leicht zugänglich als die beiden anderen genannten Filme, bietet dafür aber eine Menge Potential, hinterher über das Gesehene nachzugrübeln oder zu diskutieren. Was hat es mit dem geheimnisvollen Doppelgänger auf sich, den ein Geschichtsprofessor von sich entdeckt? Und was haben Spinnen damit zu tun? Jetzt verstehe ich, weswegen Villeneuve ein passender Kandidat für die DUNE Neuverfilmung sein dürfte, denn einiges erinnert in seiner Absurdheit an David Lynch. Was mir an ENEMY allerdings besser als bei Lynch gefallen hat, ist, dass er die meiste Zeit eine relativ gut nachvollziehbare Geschichte erzählt, und diese nur zu bestimmten Punkten unerwartet mit kuriosen Elementen durchbricht, die alles auf den Kopf stellen. Die Geschehnisse wirken auf mich nicht völlig abgehoben, sondern immer noch in unserer Realität verwurzelt. Ob ich das Puzzle richtig zusammengesetzt habe, kann ich nicht genau sagen, aber ich denke man kann sich schon einiges herleiten. Wenn die Theorie dann passt, ist das ein Erfolgserlebnis. Dazu kommt, dass Jake Gyllenhaal ein überzeugender Hauptdarsteller ist, und dass trotz eines eher gemächlichen Tempos gut Spannung aufgebaut wird. Nur in der ersten Hälfte wurde ich hin und wieder etwas ungeduldig, aber man wird definitiv dafür belohnt, dran zu bleiben.

Wer geheimnisvolle, merkwürdige Filme mag, sollte ENEMY nicht verpassen.