Escape Room ★★★

Wer sich von ESCAPE ROOM erhofft, dass die grauen Zellen ähnlich wie in einem echten Escape Room gefordert werden, dürfte schnell enttäuscht sein. Was hier allerdings sehr schön umgesetzt wurde, sind die unterschiedlich gestalteten Räume mit ihren Herausforderungen. Realistisch sind diese aufwändigen Bauten kein bisschen, aber ich habe gerade das Ausufernde daran genossen. Kreativität ist immer gut, und meine Sterne vergebe ich genau für diesen Aspekt. Wie oft habe ich schon Horrorfilme gesehen, bei denen das titelgebende Gimmick zu nebensächlich abgehandelt wurde. Hier bekommt man genau das, was versprochen wurde: tödliche Escape Rooms ohne langatmiges Drumherum.

Während das Setdesign punkten kann, bleiben die Charaktere allerdings auf der Strecke. Und die Dialoge... "Der Nerd hat keinen Sex" Gags ersticken inzwischen in jeder erdenklichen Form unter einer dicken Staubschicht. Dass die Charaktere sich gegenseitig bei vermeintlich gelungenen Sprüchen loben treibt den Fremdscham-Pegel zusätzlich in unangenehme Höhen. Wirklich sympathisch ist hier sowieso kaum jemand. Man wartet darauf, wer zuerst stirbt.

Damit wir uns richtig verstehen: ESCPARE ROOM ist ein dummer Film. Wegen meiner Vorliebe für Trash hatte ich Spaß an ihm, weil er einen kurzweilig durch die Räume hetzt und nicht langweilt. Aber wenn ich lese, das viele vom Ende enttäuscht waren, wundert mich das, denn das Ende führt konsequent den übertriebenen Qautsch weiter, den das Drechbuch einem von Anfang an um die Ohren haut. Es ist ja nun nicht so, dass dieser Film den Anschein erwecken möchte, clever zu sein.

Großzügig vergebene 3 Sterne dafür, dass ich Escape Rooms wollte und Escape Rooms bekommen habe. ABer ich verstehe jeden, der hier weniger vergibt.