Get Out ★★★★

Der von der Letterboxd Community bislang am besten bewertete Horrorfilm dieses Jahres weckte natürlich mein Interesse, und deshalb bin ich froh, dass ich GET OUT heute nachholen konnte. Und um es kurz zu machen: Das Lob ist verdient. Ob es der beste Horrorfilm des Jahres ist, ist natürlich Geschmackssache, aber sehenswert ist er in jedem Fall.

Ich habe in der Vergangenheit viel über Blumhouse Productions gelästert, weil ich immer öfter das Gefühl hatte, dass sie vor allem an billiger Massenware interessiert sind, deren wichtigstes Merkmal ist, dass sich ein Franchise daraus stricken lässt. Aber GET OUT ist ein Highlight für ihr Portfolio, denn hier stimmt nicht nur der clevere Spannungsaufbau, sondern auch das Drumherum. Gut gefilmt, überzeugend gespielt und es geht um ein Thema, das in Horrorfilmen eher selten ernsthaft behandelt wird: Rassismus. Und das geht weit über den oberflächlichen KKK-Rassimus hinaus, an den man zuerst denken mag. Tatsächlich war gerade der unterschwellige Rassismus etwas, was ich während des Films sehr unangenehm fand. Vielleicht, weil wir alle es im Kleinen kennen, wenn es mal wieder von irgendjemandem heißt: Die Afrikaner sind soundso und die Asiaten soundso. Das Kunststück, das GET OUT gelingt, ist allerdings, dass er sich nie anfühlt, als ob er einen Vortrag halten will. Es handelt sich eben doch um einen klassischen Horrorfilm, der sich sogar dafür nicht zu schade ist, B-Movie Klischees und schrägen Humor einzubauen. Diese Mischung gefällt wohl nicht jedem, aber für mich hat sie überraschend gut funktioniert.