Hagazussa ★★½

Damit mir nicht meine Hand voll Horror Follower abspringen, wird es mal wieder Zeit für etwas gänzlich undisneyhaftes. Bei HAGAZUSSA handelt es sich um einen sehr ruhigen Horrorfilm, der sich im historischen Setting mit einer Frau beschäftigt, die für eine Hexe gehalten wird. Sie lebt abgeschieden in den Alpen und hat genau so mit ihren inneren Dämonen zu kämpfen wie mit den wenig nachbarlich eingestellten Nachbarn. Kein Gute-Laune-Thema. Dabei besticht der Film vor allem durch seine stimmigen Bilder, die zusammen mit der Soundkulisse eine gelungene Atmosphäre ergeben. Dafür würde ich ihn empfehlen, wenn man sich für eine realistische Auseinandersetzung mit den Hexerei-Verdächtigungen interessiert (um Prozesse geht es hier allerdings nicht). Was mir weniger zugesagt hat, ist die extrem gemächliche Inszenierung. Es wird kaum gesprochen und vieles wird für Interpretationen offen gelassen. Das ist an sich nicht schlimm, aber wenn jede einzelne Szene so sehr in die Länge gezogen wird, finde ich das anstrengend. Und die Aussage hätte man auch in einem Kurzfilm unterbringen können. Mit Sicherheit gibt es Filmfreunde, die es zu schätzen wissen, wenn sich Zeit für den Aufbau einer unangenehmen Atmosphäre und schöne Naturbilder gelassen wird. Aber mir persönlich hat am Ende dann doch etwas gefehlt. Im direkten Vergleich hat THE WITCH mehr Substanz zu bieten.