Hell Comes to Frogtown ★★½

Während meine bevorzugten Trashfilme normalerweise mit einem geringen Production Value und einer ignoranten Ernsthaftigkeit ausgestattet sind, weiß "Sam Hell ist - Der Jäger" genau, was für ein Qutasch er ist und sieht dabei überraschend hochwertig aus. Alleine schon wegen der liebevollen Masken und Kostüme ist er einen Blick wert. Und dass ein Film, der sich seiner Albernheit bewusst ist, damit nicht nervig, sondern sympathisch wirkt, passiert in diesem Genre selten. Dazu hat er glücklicherweise gar keine Längen. Hihi, apropos Länge...

Alleine der Aufhänger der Geschichte ist grandios: Sam Hell (jawoll, das ist sein Name) wird in der Postapokalypse von kampferprobten Frauen zwangsrekrutiert, weil fruchtbare Menschen nach dem Atomkrieg eine Seltenheit sind. Deshalb wird um sein bestes Stück ein ziemliches Aufsehen gemacht. Er soll dabei helfen, eine Gruppe entführter Frauen vor Mutantenwesen zu retten und an ihnen seine Pflicht zur Rettung der Menschheit erfüllen. Damit er mitspielt, bekommt er erst mal einen explosiven Keuchheitsgürtel verpasst.

Das Thema hätte deutlich unangnehmer umgesetzt werden können, als es letztendlich war. Zum einen geht es hier trotz anzüglicher Sprüche und knapper Bekleidung nicht wirklich zur Sache, zum anderen werden die Frauen als wehrhaft und gleichberechtigt dargestellt. Sie haben Sam Hell und ihre Schusswaffen jedenfalls gut unter Kontrolle. Schade nur um die eine Szene, in der unser potenter Held dazu überredet wird, eine halb betäubte Frau zu schwängern... das hätte es überhaupt nicht gebraucht, denn nach dem Aufwachen mag sie ihn natürlich und hätte es eh gewollt. Denkt man kurz darüber nach, was da passiert, bleibt aber ein widerlicher Beigeschmack zurück, der nicht zu der lockeren Unbekümmertheit des Films passt. Wahrscheinlich hat man damals tatsächlich nicht weiter darüber nachgedacht, dass Sex in diesem Zustand zumindest fragwürdig ist, selbst wenn in der Welt etabliert wurde, dass die Fortpflanzung das wichtigste Ziel aller Menschen ist. Und der Film ist trotzdem meilenweit von anderen Produktionen aus den 80ern entfernt, in denen Frauen wie Dreck behandelt werden. Gerade deshalb störte mich diese eine Szene aber besonders, weil man sie so leicht hätte umgehen können.

Rechnet man die unangenehmen Stellen gegen den hohen Unterhaltungswert und die wunderbaren Mutantenkostüme auf, bleibt trotzdem eine Empfehlung als kurzweiliger Party-Trash. Schwer zu bewerten, aber ich vergebe einfach mal die Durchschnittsnote.