I'm Thinking of Ending Things ★★½

Eigentlich liebe ich Charlie Kaufmans Werk. BEING JOHN MALKOVICH und ETERNAL SUNSHINE OF THE SPOTLESS MIND gehören zu meinen Lieblingsfilmen. Aber vielleicht... und es schmerzt mich das zu schreiben... vielleicht gefällt er mir besser, wenn ein anderer Regisseur ein Auge auf seine Drehbücher wirft, als wenn er so große Freiheit genießt wie jetzt bei dieser Netflix-Produktion?

I'M THINKING OF ENDING THINGS enthielt viele Szenen, die mir gefallen haben. Der gesamte Mittelteil mit dem Besuch bei den Eltern ist von feinem Humor, absurdem Mindfuck und hintersinnigen Gedankenspielen geprägt. Es macht Spaß, sich in den Strudel mitreißen zu lassen, in den die Figuren geraten. Und auch wenn ich nicht alles verstanden habe, habe ich genossen, mitzurätseln und zu philosophieren. Ein Spritzer Horror ist diesmal auch dabei, weil sich einiges sehr unnagenehm anfühlt. Eine spannende Mischung.

Wäre da nur nicht die endlos lange Autofahrt, die die Szenen rund um den Familienbesuch umschließt... ihr Sinn hat sich mir nicht erschlossen, die Gespräche begannen mich immer mehr zu langweilen und 134 Minuten sind meiner Meinung nach einfach viel zu lang für diesen Film. Was schade ist, weil ich ihn so gerne gemocht hätte. Aber würde ich ihn mir noch einmal ansehen? Wahrscheinlich würde mich abschrecken, die Autofahrt noch einmal durchstehen zu müssen.