In the Name of the Son ★★½

This review may contain spoilers. I can handle the truth.

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Den guten Kritiken, die dieser Film bekommen hat, kann ich mich leider nicht anschließen. Ich hatte mir wesentlich mehr erhofft.

Das Thema gibt eine Menge her, allerdings wurde hier der denkbar einfachste Weg gewählt, es abzuarbeiten. Da war ja selbst das Drehbuch von GOD BLESS AMERICA (der Vergleich liegt wegen der Morde nahe) clever dagegen! Und bissig geht es hier auch nicht gerade zu. Damit hätte ich leben können, wenn die Geschichte nicht so simpel gestrickt gewesen wäre...

Der gläubigen Mutter sterben also kurz hintereinander Gatte und Sohn, die Kirche trägt an beidem eine Mitschuld, will sich aber komplett der Verantwortung entziehen. Die Frau tickt verständlicherweise aus und was folgt ist ein Rachefeldzug mit Knarre, wie er stumpfer nicht sein könnte. Mal ehrlich - das soll ein intelligenter Umgang mit dem Thema Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche sein...? Mehr ist da nicht drin? Das kann ich nicht glauben.

Einige Dialoge mit den Kirchenvertretern sind schön entlarvend, aber davon gibt es viel zu wenig. Das, was ich interessant fand, waren ausgerechnet die Elemente, die direkt der Realität entlehnt sein könnten. Aber der Rachefeldzug war völlig austauschbar. Was genau ist also mutig an diesem Film? Priester werden auch anderswo erschossen und die Witze über Pädophilie in der Kirche, die es inzwischen gibt, dürften nur noch schwer zählbar sein. Ich mag da naiv sein, aber ich denke, dieser Film ist harmlos und nicht skandalös.

Ich hatte eigentlich eine Satire erwartet, die mit scharfem Witz die Kirche bloßstellt. Aber der Humor versteckt sich über weiter Strecken sehr gut hinter Langeweile. Was ist IN THE NAME OF THE SON dann, ein Drama vielleicht, das einfach nur tragisch sein will? Wohl am ehesten... aber dabei stören dann wieder einige überzogene Elemente. Also nichts halbes und nichts ganzes. Schade, denn wie gesagt finde ich das Thema an sich sehr reizvoll und auch die Darsteller haben ihre Sache gut gemacht.