Interstellar ★★★★½

Wow. Das war mal wirklich ein beeindruckendes Kinoerlebnis!

Ich gehe abseits meiner alljährlichen Fantasy Filmfest Überdosis nicht häufig ins Kino. Meistens sind es die großen Event-Filme, von denen ich mir erhoffe, dass sie durch die große Leinwand gewinnen (dieses Jahr waren das neben Intertsallar nur Godzilla und Guardians of the Galaxy). Es ist halt leider echt teuer, zu zweit muss man für einen Kinobesuch hier über 20 € einplanen. Und wenn man Pech hat, sitzt man dann flankiert von Raschlern und Flüsterern direkt hinter einem 2 Meter Menschen mit voluminöser Frisur. Das Heimkino ist inzwischen verlockender geworden.

INTERSTELLAR hat mich daran erinnert, warum man manche Filme im Kino sehen sollte. Nicht nur die Bilder sind beeindruckend (und dafür braucht es kein 3D), sondern auch der Sound. Mal die konsequente Stille des Weltraums... mal der wuchtige Bass der Raketen, der einen wirklich in den Satz drückt.

Aber diesen Film auf seine Technik zu reduzieren, wäre unfair, denn er hat auch eine wirklich gute Handlung zu bieten, die gekonnt große Emotionen und eine fantastische Entdeckungsreise mit wissenschaftlichen Fakten verknüpft. Dafür muss man etwas Geduld mitbringen, denn am Anfang geht es auf der Erde ziemlich bodenständig los. Vor einem ungewohnt realitäsnahen Endzeitszenario versucht de Menschheit sich zu retten. Es ist kein Actionfilm, aber wer sich auf das eher ruhige Erzähltempo einlassen kann, wird belohnt. Die Spannung steigert sich immer mehr und im All geht es dann richtig los.

Der Farmer hat mich lustigerweise an SIGNS erinnert (was nicht auf die Qualität des Films bezogen sein soll), vielleicht wegen den Szenen im Feld. Aber auch Parallelen zu MOON kommen auf. An 2001 hingegen hat mich der Film erstaunlich wenig erinnert, wofür ich dankbar bin, weil ich mit diesem Klassiker traurigerweise nie viel anfangen konnte. INTERSTELLAR ist da doch wesentlich zugänglicher, was nicht bedeutet, dass er dumm ist. Man muss schon mitdenken und merkt, dass das Drehbuch nicht an einem Abend runtergeschrieben wurde.

Das kleine Mädchen übrigens hat mir sehr gefallen. Überhaupt mochte ich die meisten Charaktere, nur ausgerechnet mit der Raumschiff-Crew konnte ich mich weniger anfreunden. Sie blieben im Vergleich etwas blass.

Insgesamt ist INTERSTELLAR für mich zwar nicht Nolans bester Film (der bleibt MEMENTO), aber er untermauert auf beeindruckende Weise seine Position bei mir als Lieblingsregisseur. Was der Mann anfasst wird gut. Genau so hat ein Weltraumepos mit Tiefgang auszusehen.