Jamie Marks Is Dead ★★½

Bei dem Spiel "Cards against Humanity" gibt es eine Karte mit dem Titel "Homoerotische Harry Potter Fanfiction". An diese Karte musste ich während dieses Films denken und dabei ein bisschen grinsen.

Überhaupt habe ich dafür, dass es ein Drama ist, ziemlich viel gegrinst. Über die bleich geschminkten "Geister", die sich wie ganz normale Menschen benehmen... über die schmalzigen Dialoge (teils in Münder geflüstert)... über die holzhammermäßigen "out of the closet" Anspielungen, die sogar vor dem Einsatz echter Schränke nicht zurückschrecken... und über die Tatsache, dass bei diesem Festival Teeniemädchen anscheinend generell ziemliche Schlampen bei ihren ersten Dates mit schüchternen Jungen sind. Aber nicht nur in dieser Hinsicht hat mich JAMIE MARKS IS DEAD an RUFUS erinnert, den ich gestern gesehen habe. Auch die tristen Farben, die aneinander vorbei lebenden Menschen und die Außenseitergeschichte erinnerten daran. Wie viel weniger Probleme diese Menschen hätten, wenn sie einfach mal richtig miteinander reden würden, verdammt!

Zu Gute halten muss man JAMIE, dass er einige ausgefallene Ideen zu bieten hat und die Macher sich offensichtlich viel dabei gedacht haben. Es geht um ernste Botschaften, zu Anfang erfahren wir zum Beispiel schon, dass der titelgebende Geisterjunge in der Schule gemobbt wurde. Leider wirkte das alles auf mich aber ziemlich ungeschickt umgesetzt. Was gruselig, rührend oder dramatisch sein sollte, hat mich teilweise sogar eher zum Lachen angeregt. Insgesamt war der Film also trotz der interessanten Ansätze eine Enttäuschung für mich, denn ich hatte höhere Erwartungen.

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