Killers ★★★★

Wow, das war eine Überraschung. In den letzten Jahren hat bei mir was die Brutalität angeht soweit ich mich erinnere kein FFF-Film so einen heftigen Eindruck hinterlassen, ich dachte schon ich wäre etwas abgestumpft ;). Aber nicht nur vom Detailgrad der Gewaltdarstellung her, sondern auch psychologisch ist es keine leichte Kost.

Es geht um den charismatischen japanischen Serienkiller Nomura (hervorragend gespielt von Kazuki Kitamura), der Videos seiner brutalen Frauenmorde ins Internet stellt. Einer seiner teils angewiderten, teils faszinierten Zuschauer ist der indonesische Reporter Bayu, der eigentlich ein aufrichtiger Typ ist - dessen dunkle Seite aber zum Vorschein kommt, als er in einen Raubüberfall verwickelt wird.

Der Film konzentriert sich auf diese beiden Männer, die sich beginnen online auszutauschen, und allgemein darauf, was uns zu Mördern macht. Verschiedene Nebencharaktere die man trifft, haben ebenfalls den Drang zu töten in sich - aber keiner lebt ihn so aus wie Nomura. Manche sind Voyeure, andere wollen sich und anderen Leid ersparen und wieder anderen geht es nur um Rache. Dass Killers nicht einfach nur die Geschichte eines einzelnen Mörders erzählt, sondern dem Thema auf diese Weise mehr abgewinnen kann, hat mir sehr gut gefallen. Ein Gute-Laune-Film ist es aber natürlich nicht, das sollte klar sein.

In Deutschland wird KILLERS nach seiner Festivalpremiere übrigens nur stark geschnitten erscheinen, und das obwohl er ohne Jugendfreigabe in den Regalen stehen wird. Nutzt also die Gelegenheit, ihn im Kino zu sehen.

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