Level Up ★★

In "Level Up" geht es um Matt, dessen Freundin Anna entführt wird. Er bekommt von den maskierten Verbrechern ein Smartphone in die Hand gedrückt und soll von nun an ihren Anweisungen folgen. Andernfalls wird Anna getötet. Matt rennt also los...

Der Titel lässt es erahnen, Videospiele spielen eine gewisse Rolle in "Level Up". Das wird dadurch etabliert, dass man Matt anfangs in einer einzigen Szene einen Shooter zocken sieht, für den er sogar seine Freundin vernachlässigt. Was ein Gamer! Dass das Spiel furchtbar billig aussieht, nimmt dem ganzen nur leider ziemlich die Authentizität, denn von so einem Spiel lässt sich 2016 wahrscheinlich kein "echter Gamer" mehr fesseln. Der Film will ansonsten ernst wirken, aber immer wenn die Spielszenen kamen, musste ich unwilkürlich lachen. Vielleicht wäre es besser gewesen, einen existierenden Titel zu verwenden, wenn man nicht die finanziellen Mittel oder die Zeit hat, etwas halbwegs überzeugendes zu programmieren?

Aber vergessen wir kurz das Spiel, es spielt nämlich keine Hauptrolle und natürlich könnte man darüber leicht hinwegsehen. Wichtiger ist, dass die Handlung levelartig aufgebaut ist, und das sorgt angenehm für Tempo. Allerdings hatte ich nach der Ankündigung erwartet, dass es noch viel direktere Videospieleanspielungen gibt. Eine Menge Actionfilme sind schließlich auch so aufgebaut, dass man durch Gebäude rennt und gegen Gegener kämpft. Hätte mir vorher niemand gesagt, dass der Film mit seinem Stil auf Videospiele anspielen möchte, hätte ich es die meiste Zeit über glatt vergessen. Wer also nur deshalb neugierig darauf ist... vergesst es.

Und erinnert ihr euch noch an "13 Sins" (oder das Original "13 Beloved", das ich leider nicht gesehen habe)? Auch dort wurde der Protagonist zu zunehmend unangenehmeren Aufgaben gezwungen. Aber es funktionierte besser, weil die einzelnen Aufgaben einfallsreich waren und sie sich logisch steigerten. Hier wirkt vieles, was Matt aufgetragen wird, wie ein bloßes Nebenquest, was wegen der Videospielethematik möglicherweise sogar Absicht ist. Aber "Bringe A nach B" ist schon in Videospielen nicht sonderlich spannend. Und wenn dann mit einem Mal doch etwas krasses verlangt wird, wirkt dieser Sprung unlogisch.

Zu Gute halten muss man "Level Up", dass er ordentlich inszeniert ist und ein gewisses Tempo drauf hat. Nur in der Mitte kommt er etwas ins Stocken. Aber da er die Videospielethematik nicht so sehr ausreizt, wie er eigentlich könnte, hatte er für mich wenig Besonderes zu bieten. Ein paar nette Szenen, und das war es... nichts, was man gesehen haben muss.

P.S. Was soll die Beschreibung bei Letterboxd? Dort steht "Gamers enter virtual reality video game contest for money only to realize things are not the way they seem.", aber darum geht es in dem Film überhaupt nicht. Gibt es vielleicht zwei mit dem selben Titel und das ist eine Verwechslung?

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