Maggie ★★★½

Wieder ein Zombiefilm. Ja, natürlich ist es ein Zombiefilm - ein ziemlich reinrassiger sogar. Er spielt in der 08/15 Zombie-Apokalypsen-Welt in tristen Farben, in denen Axt und Flinte mit den Pranken starker Männer verwachsen sind. Wir haben das mysteriöse Virus ohne Hoffnung auf Heilung, das die Infizierten bei lebendigem Leibe verrotten und irgendwann zu willenlosen Fressmaschinen werden lässt, die andere Menschen beißen und damit ebenfalls infizieren. Und wir erleben das typische Zombiedrama um den geliebten Menschen, der gebissen wurde, und den man deshalb am besten mit einem gezielten Schuss von seinem Leid erlösen sollte, bevor man selber zum Opfer wird.

Was MAGGIE interessant macht, ist, dass der Film sich einen kleinen Aspekt der Zombiemythologie herauspickt, und diesem die volle Aufmerksamkeit schenkt. Wie geht es denen, die infiziert sind, bevor sie sich verwandeln? Die gebissene Maggie wird von ihrem Vater nach Hause geholt, damit sie die letzten Tage ihres Lebens noch in Frieden bei der Familie verbringen kann, anstatt mit anderen "Zombies" in eine Quarantäne-Einrichtung gepfercht zu werden. Die Menschen, die ihr nahe stehen, versuchen ihr beizustehen, aber manche haben zu viel Angst vor dem, in das sich Maggie langsam verwandelt. Kämpfe mit Zombies sind sehr selten in diesem Film, es ist eben vor allem ein ruhiges Drama. Und das ist gut so, denn andere Zombiefilme gibt es ja schon viele. Aber man kann die Geschichte natürlich auch als Metapher auf den Umgang mit Schwerkranken im allgemeinen sehen.

Insgesamt ein schöner Film, der nicht einmal so platt auf die Tränendrüse drückt, wie ich erwartet hatte. Und zu Schwarzenegger schreibe ich jetzt absichtlich nichts, weil das immer das erste ist, worüber bei MAGGIE geredet wird ;).

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