Mamma Mia! ★★½

Holy shit, was für FRÖHLICHE MENSCHEN SIND DAS BITTE?!

Was eigentlich ein waschechter Feel-Good-Movie sein sollte, führt bei mir dazu, dass ich mich ein wenig schlecht fühle. Sollte ich meine beste Freundin in Zukunft auch mit ohrenbetäubendem Gekreische und einer ausgefeilten Choreografie begrüßen, um den Wert unserer langjährigen Freundschaft zu unterstreichen? Zeugt es von einem unterentwickelten Sinn für Romantik, dass meine Strand-Erinnerungen mit gut gebauten Boyfriend von jenen überdeckt werden, in denen wir uns tagelang im Ferienhaus durch Diablo 2 geschnetzelt haben? Und wieso kann ich mir kaum etwas sadistischeres vorstellen, als jemanden damit zu überraschen, drei Exfreunde einzuladen?

MAMMA MIA! führt mir vor Augen, dass mein Verständnis von Spaß anscheinend nicht sonderlich deckungsgleich mit der Durchschnittsbevölkerung ist. Und davon, zur Zielgruppe zu gehören, fühle ich mich auch noch mindestens ein Jahrzehnt und eine Schwangerschaft entfernt. Aber das ist okay. Ich mag Musicals, und zumindest bei den Gesangsnummern fühlte ich mich deshalb wohl. Dazu kommt, dass Meryl Streep mit dermaßen viel Spielfreude bei der Sache ist, dass mich jeder Auftritt von ihr dahinschmelzen ließ. Während die zur Schau gestellte gute Laune der meisten anderen Charaktere mich eher anstrengt, steckt sie bei ihr tatsächlich an.

Abgesehen von Meryl Streep ist das alles aber nicht wirklich meins, auch wenn Abba natürlich zeitlos gute Songs fabriziert hat. Man merkt der Geschichte an, dass sie um die Songs herumgestrickt wurde, und nicht umgekehrt. Aber wahrscheinlich ist es nicht der schlechteste Film, um dem Corona-Alltag zu entfleuchen und sich auf eine griechische Insel voller extrem lebenslustiger Ameikaner und Briten im Rentenalter zu träumen.