Miss Peregrine's Home for Peculiar Children ★★★

17 Jahre ist es schon her, dass mich Tim Burton mit Big Fish das letzte Mal so richtig begeistern konnte. Ich habe trotzdem weiterhin an ihm bewundert, dass er einen eigenen Stil hatte, dem er treu geblieben ist. Wenn ich einen Trailer zu einem neuen Film von ihm gesehen habe, dachte ich mir immer: Jap, das passt zu Burton. So auch bei dieser Romanverfilmung, die sich um ein mysteriöses Kinderheim voller Mutanten mit Superkräften dreht. Anders als bei den X-Men muss man sich bis zur großen Action allerdings eine ganze Weile gedulden. Es geht eher darum, wie der Protagonist langsam die Geheimnisse des Kinderheims entschlüsselt. Und diesen Überbau fand ich sehr interessant, weil neben den Superkräften auch Zeitschleifen eine wichtige Rolle spielen und ich die titelgebende Miss Peregrine sehr gut gespielt fand. An dem Punkt allerdings, an dem der Film sich immer mehr vom Buch entfernt, wird er zum generischen "Typ entdeckt, dass er der Auserwählte ist und rettet den Tag" Geschichte mit nett anzusehenden, aber nicht sonderlich spektakulären Kämpfen gegen die immer gleichen Monster. Das war als Finale unterwältigend und wird, soweit ich das von meinem Mann erfahren habe, der Romanvolage nicht gerecht (ich selber habe sie nicht gelesen). Auch die meisten Charaktere bleiben blass, obwohl (oder gerade weil) versucht wird, jedes Kind immer mal wieder etwas beitragen zu lassen. Dabei werden die meisten aber bloß auf ihre jweilige Superkraft reduziert.

MPHFPC ist insbesondere bei der ersten Sichtung ohne Vorwissen ein sympathisches Abenteuer, das man sich ruhig mal geben kann. Es gibt einige düstere Elemente, wie für Burton typisch. Mir wird aber wahrscheinlich nichts besonders im Gedächtnis bleiben, und ich hatte das Gefühl, dass Burton mehr die Grundidee der Bücher fasziniert hat, als dass das Drehbuch ihn überzeugt hat. Denn das ist nicht wirklich gelungen.