Office ★★★

Wenn eines für mich der blanke Horror wäre, wäre es ein Bürojob in gebügeltem Kostümchen unter karrieregeilen Kollegen, die einander hassen. OFFICE ist so gesehen ein sehr effektiver Horrorfilm. Es geht darum, dass ein strebsamer Büromensch in Seoul nach seinem Arbeitstag kaltblütig die eigene Familie ermordet und danach verschwindet. Die Polizei befragt seine Kollegen und nach und nach merken wir, dass die Arbeitsatmosphäre nicht die idealste war. Allerdings stellt OFFICE den Büroalltag (von den Tötungsszenen abgesehen) eher als subtil unangenehm dar, anstatt zu übertreiben. Hier gibt es keine ungewöhnlich fiesen Mobbingattacken, sondern eher alltägliche Unfreundlichkeiten, Konkurrenzdenken und vor allem eine Menge Druck. Dieser Realismus sorgt dafür, dass sich wahrscheinlich viele mit dem Film identifizieren können, denn man fühlt sich schließlich häufig zu Überstunden verpflichtet oder wird auf andere Weise großem Stress ausgesetzt, nur weil man in seinem Job funktionieren will. Allerdings hätte ich ein bisschen mehr Biss nicht schlecht gefunden. So blieb es für mich zwar im Kino größtenteils spannend, aber ich glaube nicht, dass das bei einer zweiten Sichtung auch noch der Fall wäre. Trotz eines Finales, das deutlich an Tempo zulegt.

6,5/10

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