Peggy Sue Got Married ★★½

Hätte ich gewusst, dass diese "romantische Fantasykomödie" von Francis Ford Coppola stammt, hätte ich meine Erwartungen vielleicht etwas zurückgeschraubt, denn für dieses Genre ist er ja nicht gerade bekannt. Und tatsächlich - gelacht habe ich nicht. Parallelen zu "Zurück in die Zukunft" gibt es leider kaum, dabei hatte ich eigentlich auf etwas in dieser Richtung gehofft. Für die ganz heftige Romantik-Tragik-Keule bin ich ja nicht unbedingt zu haben... tut mir leid, Film.

Aber alles auf Null, was bekommen wir hier geboten? Zu Beginn sehen wir auffällig auf älter geschminkte Schauspieler bei einem Klassentreffen, bei dem die frisch von ihrer High School Liebe getrennte Peggy Sue in Ohnmacht fällt. Als Sie erwacht findet sie sich um 25 Jahre zurück versetzt in ihrer Schulzeit wieder.

Der Film suhlt sich von da an ausgiebig in Nostalgie, indem er eine fast schon zu perfekte 60er Jahre Welt erschafft. Die Ausstattung überzeugt auf jeden Fall, bis hin zu Nicolas Cages enormer Frisur. Und in seinen guten Momenten lässt der Film einen darüber nachdenken, was man früher für Träume hatte und was aus ihnen geworden ist. Allerdings bin ich nicht ganz glücklich damit, dass es ausschließlich um das Beziehungs-Hin-und-Her von Peggy Sue geht.

Die zentrale Frage ist bei einer solchen Geschichte: Wenn man mit dem heutigen Wissenststand noch einmal 18 sein dürfte, was würde man anders machen? Das hätte spannend werden können, nur hatte ich das Gefühl, dass Peggy Sue außer ein paar altklugen Sprüchen und einem übersteigertem Selbstbewusstsein nichts aus der Zukunft mitgenommen hat. Sie wechselt schlimmer zwischen den Jungs hin und her als sie das in ihrer Jugend je getan hat, scheint dabei nicht auf die Gefühle ihrer Mitmenschen zu achten und bringt überhaupt nichts zustande. Es tut richtig weh, sich das anzusehen. Dafür musste sie 25 Jahre "reifer" werden? Selbst als sie beginnt, dem Außenseiter der Schule Tipps für Erfindungen zu geben, ergibt das wenig Sinn, denn sie weiß zu diesem Zeitpunkt bereits, dass er auch ohne sie reich und erfolgreich wird. Macht sie überhaupt irgendetwas sinnvolles während ihrer Zeitreise?

Nun ist es wahrscheinlich realistisch, dass man als Zeitreisender nichts so leicht kitten kann, wie man gerne möchte. Aber will ich das in dieser Art in einer Fantasykomödie sehen? Ist das nicht langweilig? Wozu das ganze Drama, bei dem die Beteiligten doch nur auf der Stelle treten und es keine Entwicklungen gibt? Da wurde meiner Meinung nach die interessante Grundidee verschenkt, vor allem weil das Ende so superbrav und vorhersehbar aussieht, wie ein Hausfrauentraum aus den 60ern...