Pinocchio ★★★

Bei PINOCCHIO bin ich mir nicht sicher, ob ich ihn als Kind überhaupt gesehen habe. Aber ich hatte auf jeden Fall ein Buch dazu mit vielen Bildern aus dem Film, so dass ich die einzelnen Stationen kannte.

Im Vergleich zu SCHNEEWITTCHEN fällt auf, dass die Handlung in Walt Disneys zweitem abendfüllenden Zeichentrickfilm flüssiger erzählt wird. Trotzdem kamen mir manche Szenen zu schnell abgefrühstückt vor. Die Sache mit den Eselkindern zum Beispiel. Auffällig, dass anders als bei Disney üblich, die Bösen generell keine Strafe befürchten müssen. Dafür bekommt man mit Gepetto und seinen tierischen Mitbewohnern ein sympathisches Trio präsentiert, und die Gute Fee hat mir trotz ihres fast schon gruselig realistischen Aussehens ziemlich gut gefallen. Pinocchio selber und vor allem die als Erzähler auftretende Grille sind zwar ein großer Schritt nach vorne im Vergleich zu Schneewittchen und ihrem Prince Charming, aber ganz warm geworden bin ich mit dem Holzjungen nicht. Das Problem hatte ich als Kind schon mit dem Buch. Pinocchio ist wie Schneewittchen ein gutmütiger, aber ziemlich einfältiger Charakter, den abgesehen davon wenig auszeichnet.

Was mich sehr irritiert hat, ist, dass ich eigentlich dachte, dass die lange Nase beim Lügen eine größere Rolle gespielt hätte. Dabei kommt sie nur in einer einzigen Szene vor.

Die Lieder haben mich wenig gestört, aber extra den Soundtrack anhören würde ich mir nicht. Das gilt halt leider für so ziemlich alle älteren Disneyfilme.

PINOCCHIO ist insgesamt eine schöne Abenteuergeschichte, die teilweise überraschend düster und actionreich wird, und wieder sehr detailverliebt gezeichnet wurde. Mir hat der Film zwar besser gefallen als SCHNEEWITTCHEN, aber das Schicksal von Pinocchio selber interessierte mich leider nicht wirklich.