Predestination ★★★★

PREDESTINATION ist ein Leckerbissen für alle Zeitreisefreunde. Basierend auf einer Kurzgeschichte von Robert A. Heinlein geht es um einen Agenten, der durch Zeitsprünge Verbrechen verhindern soll. Zumindest oberflächlich. Am Ende geht es eigentlich um viel mehr, und ich wollte den Film am liebsten direkt noch einmal sehen, weil er so viele feine Details einbaut und das Zeitreisethema voll auskostet.

Allerdings verlangt PREDESTINATION dafür auch ein bisschen was vom Zuschauer - neben dem erwartbaren "sei nicht zu müde und konzentriere dich". Man muss sich auf den Film einlassen können, vielleicht noch mehr als bei anderen Zeitreisefilmen...

1) Man sollte keine Probleme damit haben, die Causal Loop (predestination paradox) Theorie bei Zeitreisen zu akzeptieren. Für mich war das an einer bestimmten Stelle des Films nicht ganz einfach.
2) Man sollte akzeptieren können, dass einen erst einmal eine ruhige, halbstündige Einführung mit Rückblenden erwartet, bevor es typische "Zeitreise Action" gibt. Ich mochte diesen ungewöhnliche Einstieg, kann mir aber vorstellen, dass manche etwas anderes erwarten und sich deshalb nicht darauf einlassen wollen.
3) Man sollte einen transsexuellen Mann akzeptieren können, der von einer Frau gespielt wird, die kein bisschen wie ein Mann aussieht oder klingt (zumindest in der deutschen Fassung). Ich finde eigentlich nicht, dass Transsexuelle zwingend von Transsexuellen gespielt werden müssen. Aber in diesem Fall hat mich das etwas rausgerissen, weil im Film impliziert wird, dass er auf seine Umwelt wie ein Mann wirkt.

Wenn einen diese drei Stolpersteine nicht stören, macht der Film unheimlich viel Spaß. Man sollte sich außerdem nicht davon täuschen lassen, dass eine bestimmte Entwicklung wie ein großer Twist gefeiert wird, obwohl man sie eigentlich schon lange vorher kapieren dürfte. Es gibt genug, was einem nicht vorgekaut wird und worüber man nach dem Abspann noch eine Weile nachgrübeln muss. Also kein Film, den man auf einen Twist reduzieren sollte. Und er ist ncht nur etwas zum Miträtseln, sondern es geht auch um Gefühle und darum, den eigenen Weg zu finden. Also ein ziemlich buntes Paket, das trotzdem wie aus einem Guss wirkt. Tolle Schauspieler, dezente aber phantasievolle Kulissen (die Raumfahrtbehörde wirkt passenderweise wie aus einer 50er Jahre Zukunftsvision) und kein überflüssiger Schnickschnack.

Fazit: Ich kann PREDESTINATION nur jedem empfehlen. Es gibt ihn gerade bei Amazon Prime.

Janina liked these reviews