Psychophony

"Psychophony" war eine spontane Amazon Prime Wahl. Er wurde vom deutschen Verleih völlig sinnbefreit in "Paranormal Vitality" umbenannt und bekam ein an die "Paranormal Activity" Reihe angelehntes Cover spendiert. Es lohnt sich anscheinend immer noch, darauf zu spekulieren, dass jemand Filme verwechselt. Zu der empfehelnswerten Genre-Kost, die hin und wieder aus Spanien kommt, gehört dieser Spuk jedoch nicht.

Die Ausgangssituation klang ungewöhnlich genug, um neugierig zu machen. Eine Ärztin startet gemeinsam mit ihrem dauermüden Ex-Lover und selbsternanntem Geisterjägerexperten ein Experiment, bei dem sie eine Hand voll psychisch Kranker in ein Spukhaus sperrt. Sie möchte nämlich beweisen, dass Schizophrenie paranormale Ursachen hat. Tatsächlich stellen sich die Halluzinationen, die einige der Patienten haben, als Geister von Toten heraus, die ihnen erscheinen. Das klingt nur leider wesentlich gurseliger, als es aussieht... Sie unterscheiden sich in ihrem Auftreten nicht von den real existierenden Personen, was zu Beginn des Films ein bisschen verwirrend ist. Und bis auf eine dauerschaukelnde Schaukel weist an dem schicken Ferienhaus nichts darauf hin, dass es hier spuken soll. Als dann auf einmal ein böser Geist auftaucht, wird es richtig albern.

Immerhin gibt es einen spannenden Unterschied zu dem meisten anderen Horrorfilmen zu vermelden: Während es in Horrorfilmen ja meistens so ist, dass eine Gruppe zuerst als befreundet vorgestellt wird, um sich dann bei dem geringsten Anlass an die Gurgel zu gehen, ist es hier anders herum. Nach kleinen Konflikten am Anfang sind alle Superkumpel, als es mit den Geistern ernst wird. Es kommt zu unnagenehmen Szenen, in denen sie gemeinsam ein traumatisiertes Mädchen begrabbeln und aus irgendeinem Grund sind alle sofort dazu bereit, ihr Leben für sie aufs Spiel zu setzen. Und selbst nach einem tragischen Todesfall tut der Film so, als sei das ein astreines Happy End. Dieser Optimismus, den er ausstrahlt, ist ja nett gemeint... aber er wirkt in vielen Szenen völlig fehlt am Platz, weil er nicht nachvollziehbar begründet wird.

Billige Effekte, eine unlogische Handlung und frendschämig Dialoge gipfeln dann irgendwan in einem Finale, das uns nur kopfschüttelnd zurück ließ. Ich würdige den Versuch, einige eigenständige Elemente einzubauen, aber wirklich geglückt ist das nicht.