Pulse

Pulse ★★★★

Wichtelclub Runde 65
Wichtelvermutung: Eru

PULSE a.k.a. KAIRO war einer der ersten J-Horror-Filme, die ich vor vielen Jahren gesehen habe. Allerdings muss ich gestehen, dass ich mir damals noch etwas schwer damit getan habe, allen Details der Handlung mit den manchmal nicht ganz klaren englischen Untertiteln zu folgen. Deshalb habe ich ausnahmsweise den Wichtel-Rewatch dankend angenommen. Und es zeigt sich tatsächlich: Zeit für eine Aufwertung!

Es gibt hier mehrere Ebenen, die jede für sich faszinierend ist. Zum einen haben wir eine klassische Horror-Geschichte von einer verfluchten Website, die Menschen in den Selbstmord treibt oder einfach verschwinden lässt. Wenn man jedoch denkt, man weiß in welche Richtung sich das Ganze bewegt, wird man überrascht, wie sehr der Film eskaliert. Es geht außerdem um Vereinsamung in unserer Gesellschaft, in der wir zwar alle umeinander kreisen, uns jedoch selten wirklich nahe kommen. Die Angst vor dem Tod und die Angst, allein zu sein ähneln sich. Und immer wieder werden echte Geister den Menschen gegenübergestellt, die bereits wie Geister durchs Leben gehen. Dabei war PULSE zwar ein Vorreiter des "Internet-Horrors", stellt aber das Internet nicht als das große Problem dar, sondern die Vereinsamung hätte es sowieso gegeben.

Mir hat die Stimmung des Films sehr gefallen, die stark auf Kamera und Ton setzt. Diffuse Schatten und bedrohliche Musik statt Jump Scares. Gegen Ende gibt es zwar ein paar Effekte, die nicht gut gealtert sind, aber darüber sollte man hinwegsehen. PULSE ist ein bedrückender, intelligenter Horrorfilm aus Japan, der immer noch sehenswert ist.

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