Redirected ★½

Was für eine seltsame Welt das ist, in der ausgerechnet dieser Film bei der IMDb der Bestbewerteste des gesamten Festivals ist... es ist für mich das größte Rätsel dieses Jahr. Klar, man sollte sich nicht zu sehr an der IMDb orientieren, aber wenn ein Film von so vielen Zuschauern Spitzenbewertungen bekommt, dann erwarte ich zumindest gehobenen Durchschnitt. Wo kommen die alle her? REDIRECTED entpuppte sich als eine meiner Festivalgurken, und meine Sitznachbarn waren ähnlich "begeistert" davon. Und anders als bei anderen meiner Gürkchen kann ich hier nicht einmal nachvollziehen, was andere daran finden.

Der Film zog sich sehr. Die Gagquote ist für eine Komödie zu gering, für einen guten Gangsterfilm mangelt es ihm hingegen an Coolness und Spannung. Die meisten Witze sind von der ganz niveaulosen Sorte, intellektuell gefordert wird das Publikum also schon mal gar nicht. Das wäre eigentlich in Ordnung, was aber viel schlimmer ist: Nichts hieran ist originell. Die meisten Gags hat man in ähnlicher Form schon in zig anderen Filmen gesehen, und dabei kenne ich mit HANGOVER noch nicht einmal das angeblich größte Vorbild. Muss man betrunken sein, um diesen Film lustig zu finden? Aber für einen Partyfilm mangelt es ihm entschieden an Tempo, da hätte man einiges straffen müssen.

Die Story um einige in Osteuropa herumirrende britische Gangster basiert ausschließlich auf Zufällen. Hey, da ist ja genau wieder der Typ von eben! Das soll wohl witzig sein, weil es so häufig passiert, ist aber im Grunde nur eine faule Methode, die Handlung voranzutreiben, weil sie ansonsten nicht funktionieren würde. Und dann das Ende... sehr unbefriedigend.

Zugegeben, es ist wohl einfach nicht mein Humor, und meine Erwartungen waren vielleicht zu hoch. Aber selbst wenn ich das miteinberechne, komme ich nur auf einem durchschnittlichen Film. Die Schauspieler waren okay und ein paar mal kann man durchaus lachen. Aber REDIRECTED ist vor allem furchtbar unoriginell, zäh und ohne Stil.

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