Run ★★★★

Aneesh Chagants über Bildschirme erzählter Vermissten-Thriller SEARCHING gehört zu meinen absoluten Lieblingsfilmen der letzten Jahre und hat dieses sehr spezielle Genre auf ein neues Level katapultiert. Also war ich natürlich gespannt auf seinen neuen Film RUN.

Im Vergleich zu SEARCHING bekommt man hier eine eher konventionell erzählte, aber deshalb nicht weniger spannende Geschichte geboten. Ja doch, den Spannungsaufbau hat der Regisseur wirklich drauf. RUN ist wieder ein Nägelkauer, der einem keine Verschnaufpause lässt, und dabei trotzdem mit seinen Figuren überzeugt. Kiera Allen sitzt tatsächlich im Rollstuhl, und es freut mich, wenn Schauspieler mit Behinderungen eine Chance auf eine solche Hauptrolle bekommen.

Eine Kleinigkeit, die unbedeutend wirken mag, aber mir positiv aufgefallen ist, ist das Verhalten der unbeteiligten Personen, wenn sie um Hilfe gebeten werden. In zu vielen Filmen passiert es, dass sie aus fadenscheinigen Gründen nicht helfen wollen. Da war das hier eine willkommene Abwechslung.

Einige Schwächen hat der Film allerdings doch... Selbst wenn man vieles mit "so ist das wohl in den U.S.A." abtun kann, was in Deutschland unmöglich erscheint, bleiben Logiklöcher. Man muss hinnehmen, dass viel Glück (oder Pech) im Spiel sein muss. Und die Handlung an sich bietet weniger Überraschungen und falsche Fährten als SEARCHING.

Ich schwanke bei meiner Bewertung, gebe aber doch 4 Sterne, weil ich durchgängig mit der Protagonistin mitgefiebert habe.

Ach ja... meidet den Trailer.