Sadako vs. Kayako

Sadako vs. Kayako ★★½

Ring und Ju-On: The Grudge gehören zu den gruseligsten und beliebtesten japanischen Horrorfilmen, weshalb sie bereits mehrere Fortsetzungen nach sich gezogen haben. Ähnlich wie Freddy und Jason in ihren jeweiligen Reihen zu Slasher-Ikonen der 80er wurden, bevor sie Freddy vs Jason aufeinandertreffen ließ, verkörpern Sadako und Kayako alles, was für den J-Horror-Trend der Jahrtausendwende typisch war - und sind damit ein perfektes Paar. Die Grundidee zu Sadako vs. Kayako klingt also erst mal gar nicht so abwegig. Beide mit langen schwarzen Haaren bewachsenen Geisterfrauen haben ihren eigenen Fluch in Form eines Videobandes und eines Spukhauses im Gepäck. Und genug Lore wäre auch vorhanden gewesen, um die Welt, in der der Film spielt, mit Leben zu füllen.

Leider geht das aber alles nicht wirklich auf. Sadako vs. Kayako kann sich nicht entscheiden, ob wir uns gruseln oder Spaß haben sollen. Beides funktioniert nicht wirklich. Der Kampf zwischen den beiden ist zwar sehr unterhaltsam, findet aber nur gaaanz zum Schluss statt. Davor sehen wir im Grunde zwei voneinander unabhängige Geschichten parallel ablaufen - eine im Ring- und eine im Grudge-Universum. Dass sie erst kurz vorm Finale überhaupt miteinander verwoben werden, fand ich sehr enttäuschend. Dafür sieht man sich doch einen solchen Film nicht an. Bei Freddy vs Jason wurde schnell klar, dass der Film auf Spaß aus ist und uns nicht bloß eine der üblichen Fortsetzungen bieten will. Er hat schnell abgeliefert, damit man sich nicht bis zum großen Finale langweilen muss. Dieser Film hier fühlt sich hingegen wie eine X-beliebige Ring-Fortsetzung an, die die bekannte Geschichte wiederholt... nur dass wir hin und wieder eben auch ins Grudge-Haus springen, wo andere Charaktere ihre eigene Geschichte erleben. Irritierend ist außerdem, dass aus dem berühmten "in sieben Tagen bist du tot" Ring-Fluch plötzlich 2 Tage wurden, und dass das Video das wohl langweiligste ist, was je in einem Film der Reihe zu sehen war (ich kenne nicht alle japanischen Fortsetzungen, aber es ist wirklich öde).

Soviel zum Gemecker. Ich mag die beiden Originalfilme sehr, und deshalb frustriert es mich, dass aus dieser vielversprechenden Idee nicht mehr rausgeholt wurde. Dabei wäre das Potential für richtig viel Spaß vorhanden gewesen. In seinen guten Momenten bewegt sich der Film weg vom blassen 08/15 Horror einer Franchise-Fortsetzung und unterhält mit abgedrehten Charakteren (dem Dämonenjäger mit seiner blinden Assistentin), die wirken, als seien sie aus einem Anime rüber kopiert worden. Und das Finale hat mir auch sehr gefallen. Es kam nur einfach zu spät. Es hätte dem Film gut getan, das Aufeinandertreffen früher anzuteasern.

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