Scare Campaign ★★★½

We are Legion.
We do not forgive.
We do not forget.
Expect us.

Ach nein, moment... das waren die anderen weltweit kooperierenden Internetfreaks mit Maske und creepy YouTube Videos. Aber anscheinend hielten es die Regisseure für einen hippen Einfall, sich von Anonymous inspirieren zu lassen. Da stehen doch diese Internet Kiddies total drauf, nicht wahr?

Auf mich wirkt es immer etwas peinlich, wenn man sich der Netzkultur bedient und dabei einfach nur auf irgendetwas zurückgreift, weil man es in den Nachrichten gesehen hat. Das kann lustig trashig rüberkommen, aber meistens wirkt es wie eine aufgesetzte Anbiederung.

Aber glücklicherweise will der Film kein seriöser Beitrag zum Thema "Verrohen uns Internet Videos?" sein, sondern einfach nur Spaß machen. Und das schafft er wesentlich besser als der furchtbar öde Erstling der beiden Regisseure (100 Bloody Acres). Gut, dass ich ihnen trotz Bedenken noch eine Chance gegeben habe. Hier stimmt das Tempo, es gibt ein paar hübsche Morde und da es in der fiktiven Reality Show, um die es geht, um Horror-Streiche geht, gibt es natürlich auch den einen oder anderen "Haha, reingelegt!" Moment.

Zwischen den Stühlen stehen sie aber immer noch... Ein bisschen Humor, ein bisschen Grusel, ein bisschen Gore. Die Mischung reicht trotzdem für eine positive Bewertung, weil sie wie gesagt Spaß macht. Knappe 3 1/2 Sterne.

Fun Fact: Nachdem die momentan sehr beliebten Prank Videos bei YouTube in der Art ausuferten, dass ein gewisser Sam Pepper den Tod eines Jungen vor seinem besten Freund inszenierte, ging Anonymous gegen ihn vor. Umgebracht wurde er nicht, aber trotzdem eine interessante Parallele zu "Scare Campaign" mit vertauschten Rollen. Zu dem Zeitpunkt war der Film aber schon im Kasten.

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