See No Evil ★★★

SEE NO EVIL war einer der ersten Filme der WWE Studios, mit denen der Wrestling-Großkonzern so rchtig ins Filmgeschäft einsteigen wollte. Es folgten moderne Klassiker wie The Marine, The Marine 2 und The Marine 3 bis 6. Typischerweise spielt immer mindestens ein Wrestler mit, und im Falle von SEE NO EVIL war das Kane, der im Ring als Halbbruder des Undertakers Berühmtheit erlangt hatte. Nach klassischer Slasher Art schnetzelt er sich in einem verlassenen Hotelgebäude durch die dort für eine Putzaktion anwesenden Personen.

Vielleicht mag meine im Vergleich zum Letterboxd Durchschnitt positive Bewertung dadurch beeinflusst worden sein, dass mein Mann ein großer Wrestling-Fan ist und den Film mag - aber ich habe mich wirklich gut unterhalten gefühlt. Handlung und Charaktere bewegen sich nicht über den Rahmen der absoluten Durchschnitts-Slasherware hinaus, das lässt sich nicht beschönigen. Vor allem die anstrengenden bis langweiligen Charaktere haben mich gestört. Allerdings geht es schnell zur blutigen Sache und es gibt Dank der kurzen Laufzeit keine Längen. Kane ist genau der Richtige für den Job des stummen Jason Vorhees Klons, denn mit seiner körperlichen Präsenz und Wrestlingerfahrung nimmt man ihm ab, dass er problemlos andere Menschen herumschleudern kann. Und das waren dann für mich auch die schönsten Szenen des Films. Die Brutalität geht nicht so sehr vom Blutgehalt aus, sondern eher von Kanes groben Umgang mit seinen Opfern, die er wie Puppen hinter sich herschleift. Außerdem gibt es viele Ekelszenen mit Augen zu bestaunen. Der dreckige Look des Hotels passt, und die Morde an sich sind zwar nicht alle kreativ, aber ein paar Highlights bleiben im Gedächtnis (die Blonde und die Tierfreundin). Hätte man diese Stärken des Films noch mehr ausgespielt, hätte er mir noch besser gefallen. Leider unterhalten aber nicht alle Kills auf diesem Niveau. Außerdem hat mich bei dieser inzwischen dritten Sichtung genervt, dass die ständigen Zeitraffer-Zoom-Effekte eher billig als hip gewirkt haben. Sie sind nicht gut gealtert.

SEE NO EVIL versucht nicht mehr zu sein, als er verspricht, und das geht für mich auf. Wer die kompromisslose Art von Jason in den Freitag der 13. Filmen mag, dürfte hiermit nicht falsch liegen. Man sollte halt nur keine gute Story oder erinnerungswürdige Charaktere erwarten.

Außerdem bietet dieser Film entweder die beste oder dümmste Mid-Credits-Scene, die ich in letzter Zeit bestaunen dürfte, je nach Geschmack.