Sharknado

Es war einmal eine Firma, die nannte sich Asylum. Sie spezialisierte sich darauf, für wenig Geld Filme zu drehen, die entweder Tierhorror oder Kopien aktueller Blockbuster waren. Das tat sie, weil sie mit möglichst wenig Geld möglichst viel Geld verdienen wollte. Wir lachten über ihre Filme, weil sie so schlecht waren. Ihre Schlechtheit wurde bewusst in Kauf genommen, aber es ging auch gar nicht anders, weil sie schnell und billig produzieren mussten.

Inzwischen dürfte Asylum im Geld schwimmen. Sie könnten bessere Filme produzieren, was sie aber nicht tun, weil sie inzwischen von ihrem Ruf profitieren. Asylum ist die 100%ige Kommerzialisierung des Trash-Gedankens. Das, was Snakes on a Plane sein wollte, aber nach dem gehypten Trailer nicht geschafft hat.

SHARKNADO merkt man sehr an, dass er nicht aus der Not heraus schlecht ist, sondern aus Kalkül. Nicht, dass Asylum jemals Liebe und Leidenschaft in Filme gesteckt hätte, keinesfalls. Ich will jetzt nicht so klingen, als müssten wahre Filmfans ihre Anfänge zu schätzen wissen und als wäre Sharknado wegen seines Erfolgs doof. Aber man konnte früher zumindest noch überrascht werden, das war ein großer Unterschied. Sharknado ist von vorne bis hinten vorhersehbar.

Für mich ist Trash ein sehr vielschichtiger Begriff. Es gibt unfreiwillig komischen Trash, der gerade dadurch seinen Reiz hat, dass der Film eigentlich ernst gemeint war. Und es gibt bewussten Trash, der selbstironisch ist. Beides kann hervorragend unterhalten. Sharknado ist allerdings weder das eine, noch das andere. Er sieht nicht mies aus, weil man ihn nicht besser hätte aussehen lassen können, sondern weil sich das gut verkauft. Aber er ist auch keine Parodie, hat weder lustige Sprüche noch sonstige humoristischen Höhenflüge zu bieten. Er ist ein einziger billiger Computereffekt.

Ich habe einen Vergleich gehört, den ich sehr passend fand: Es ist ein Film zum Titel. Man hat sich einen lustigen Titel überlegt, ein Cover dazu gebastelt, und das verbreitete sich bei Twitter und Facebook. Dazu kam ein bisschen Glück. Selbst diejenigen, die vorher Asylum noch nicht kannten, fanden das lustig, teilten es. Und damit war der seit Jahren populärer werdende Tierhorror-Trash-Trend plötzlich im Mainstream angekommen. Aber ich denke, wer Trashfilme liebt, wird Sharknado sehr wahrscheinlich langweilig finden, weil er so unglaublich durchkalkuliert wirkt. Zumindest ging es uns so. Wir hatten keinen Spaß. Lieber wieder zurück zu denen gehen, die schlechte Filme drehen, weil sie es wirklich nicht besser hinkriegen...