Split ★★★½

Nach The Visit, dessen Geschichte mir zwar sehr gefallen hat, dessen Charaktere mich aber leider bis zur Verzweiflung genervt haben, schraubte ich meine Erwartungen an Split vorsichtshalber ein wenig herunter. Aber ich freute mich trotzdem auf den Film, den ich hatte die Hoffnung, dass M. Night Shyamalan zu seinen Wurzeln zurückkehren würde. Und irgendwie stimmt das auch - in vielerlei Hinsicht.

Split ist sein bester Film seit Jahren geworden. Mit James McAvoy wurde ein passender Hauptdarsteller gefunden, der für mich das Highlight des Ganzen war. Die multiplen Persönlichkeiten sind aber im Grunde nur der Aufhänger, man lernt sie ziemlich schnell kennen. Wohin sich die Geschichte dann entwickelt fand ich noch spannender. Zuerst war ich mir nicht ganz sicher, ob ich das Mädchen überzeugend finde... sie wirkte in ihren ersten Szenen zu sehr wie die abgeklärte Außenseiterin, die in Notsituationen immer die Nerven behält. Aber das stellte sich als falsche Fährte heraus und am Ende ergibt alles Sinn. Zugegeben, ihre Flashbacks führen zu einem ziemlich früh vorhersehbaren Bilderbuch-Shyamalan-Twist, aber der gehört ja zu seinen Filmen dazu. Das einzige, was mich wirklich an Split gestört hat, waren die eingestreuten skurrilen Szenen. Irgendwie komme ich mit diesem Humor nicht klar, das war auch schon bei The Visit so. Die Szene mit den beiden Glücksrad schauenden Frauen zum Beispiel, oder die Tanzeinlage. Hier hätte ich mir einen durchgängig düsteren Stil wie bei Unbreakable (immerhin einem meiner Lieblingsfilme) gewünscht. Das Ende war dann glücklicherweise richtig gelungen, und ich bin jetzt sehr gespannt auf die Fortsetzung.