Strangerland ★★

Herzlich willkommen im diesjährigen FFF Arthouse Langweiler. Bitte nicht falsch verstehen, ich habe nicht generell etwas gegen anspruchsvolle Filme mit guten Schauspielern und hübschen Sonnenaufgängen. Es muss nicht immer Splädda sein. Aber als der Abspann von STRANGERLAND lief, war ich wütend. Wütend darüber, dass mir fast 2 Stunden lang vorgegaukelt wurde, dass es ein spannendes Geheimnis zu lüften gäbe. Und sogar übernatürliche Elemente wurden angedeutet, ha! Wer kam eigentlich auf diese alberne Idee?

Was dann tatsächlich nach dem durchaus spannendem Anfang passiert, ist, dass wir von Beziehungsproblemen geplagten Menschen dabei zusehen dürfen, wie sie sich verrückt benehmen. Dabei kommt sich Strangerland wahrscheinlich unheimlich intelligent und tiefgründig vor. Aber bei mir hat es nur dazu geführt, genervt die Augen zu verdrehen. So weit, die Aussage, die anscheinend dahinter steckt, ernst zu nehmen, bin ich dann lieber gar nicht gegangen. Die emotionalen Ausbrüche wirken völlig gekünstelt und passen meiner Meinung nach nicht zu dem bodenständigen Setting. Die Eltern bleiben im Grunde den ganzen Film über Schauspieler, mit denen ich nicht mitfühlen konnte. Bei einer Geschichte, in der es darum geht, dass ihre Kinder verschwinden, ist das nicht gerade die ideale Voraussetzung.

Bisher ist STRANGERLAND für mich der Tiefpunkt des diesjährigen Festivals, weil der Film aus so viel heißer Luft besteht. Die Besetzung gefiel mir zwar, und besonders Nicole Kidman und Hugo Weaving haben mich bei der Stange gehalten. Kidman gibt sich sichtlich Mühe, ihrem Charakter Leben einzuhauchen. Aber wo nichts ist, kann man auch nichts retten. Auch nicht mit vollem Körpereinsatz.

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