The Ape ★½

Meh. Der schwedische "The Ape", der wohl nie regulär bei uns im Kino laufen wird, war absolut nix für mich. Und ich erkläre natürlich gerne, weshalb.

Ein Mann wacht blutverschmiert auf und man fragt sich, was geschehen ist. Im Laufe der nächsten gefühlten 3 Stunden verfolgen wir seinen Tagesablauf, der zwar nach und nach Licht ins Dunkel bringt, aber überwiegend aus langweiligen Alltags-Szenen besteht. Er geht zur Arbeit, einkaufen, Tennis spielen, besucht die Mutter... anfangs hoffte ich noch, dass diese Puzzleteile später einen tieferen Sinn erhalten sollten, dass sich sein Tenniskollege beispielsweise als Mittäter entpuppt. Aber nichts dergleichen passiert, auf einen Twist wartet man genauso vergeblich wie auf ein Mindestmaß an Spannung, und nur wenige Szenen haben direkt mit dem Verbrechen zu tun, dass sich ereignet hat.

Was will der Film nun also sein? Bestimmt kein Thriller, aber eine Charakterstudie vielleicht? Wie geht man mit der Schuld um, während um einen herum der Alltag weiter geht? Dafür bleibt die Hauptperson einem allerdings viel zu fremd. Sie ist weder sympathisch noch ein echter Fiesling, sondern einfach uninteressant. Alle weiteren Menschen in diesem Film tauchen nur kurz auf und verschwinden dann wieder. Dialoge sind selten und größtenteils belanglos.

Ich denke schon, dass für den Regisseur jede Szene ihre Daseinsberechtigung hatte und er das Endergebnis vielleicht sogar als künstlerisch (oder psychologisch?) wertvoll ansieht. Nur entspricht sein Interesse daran, sich den übertrieben belanglosen Tagesablauf eines Durchschnittsmenschen anzusehen, sicher nicht dem der Masse. Denn auch wenn die Hauptperson etwas grausames getan hat, erfahren wir nichts über die Hintergründe. Er redet nicht über seine Gefühle. Durch einige seiner Taten kann man sich zwar denken "Hey, er hat Schuldgefühle", z.B. wenn er ein Spielzeug für sein Kind kauft. Aber mal ehrlich... für solche plakativen Szenen hätte ein Kurzfilm gereicht. Und auch in seiner Inszenierung versucht The Ape kein bisschen aufzufallen.

Ich mag Filme nicht, die mir in ihrer gesamten Laufzeit nicht die geringsten neuen Erkenntnisse liefern. Wenn dann noch eine so gemächliche Inszenierung dazu kommt, wird es richtig quälend. Unterhaltet mich oder gebt mir etwas, um darüber nachzudenken.