The Atoning ★★

Hier dachte sich ein aufstrebender Horror-Regisseur anscheinend: Zwei Twists rechtfertigen Spielfilmlänge, das ist immerhin einer mehr als man im durchschnittlichen Shyamalan-Drehbuch findet. Leider will es aber mit den Parts dazwischen noch nicht richtig klappen... und das führt dazu, dass ziemlich schnell Langeweile aufkommt. Wir beobachten die meiste Zeit den Alltag einer Familie, die mehr Geheimnisse mit sich herumträgt, als gut für sie ist. Der (zumindest im deutschen) titelgebende Dämon taucht dabei erst zum Schluss auf und auch ansonsten werden die übernatürlichen Elemente ziemlich sparsam engesetzt. Nein, man muss natürlich nicht immer eine Geisterbahnfahrt mit einem Schocker nach dem anderen bieten. Aber die Handlung liest sich auf dem Papier wahrscheinlich fesselnder, als das, was die eher dröge Umsetzung daraus macht. Dazu kommt, dass ich mit den Charakteren nicht warm wurde. Ob der Junge im Original auch so hölzern redet, oder lag das nur an der lieblosen deutschen Synchro? Dass man die beiden bereits erwähnten Twists, auf denen der ganze Film aufbaut, mit etwas Genreerfahrung schon früh erraten kann, macht die ganze Sache nicht besser.

Das klingt jetzt alles ziemlich mies. Knappe 2 Sterne vergebe ich trotzdem, denn die Ansätze haben mir gefallen und mit überzeugenderen Schauspielern und weniger Längen hätte ein feiner Grusel-Thriller daraus werden können. Empfehlen kann ich DÄMON aber nicht.

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Aktueller Stand unseres Amazon Prime Video Experiments: Wir sind durch die "Kunden schauten auch..." Empfehlungen von POLAROID zu THE HIVE zu TWIXT zu III zu DIE PRÄSENZ und dann zu DÄMON (The Atoning) gelangt.