The Bridge ★★★★

Ein passender Film zum heutigen Tag, der vielleicht gerade wegen seines Alters für mich ein sehr überzeugender Antikriegsfilm ist. Man kann sich gut in die damalige Zeit hineinversetzen und die Botschaft bleibt leider immer noch aktuell. Er entstand nur 14 Jahre nach Krigesende in Deutschland, und es geht um sieben Jugendliche in etwa diesem Alter, die in den letzten Kriegstagen eine unwichtige Brücke verteidigen sollen. Wie man zuerst ihren Alltag sieht und dann, wie sie sich freiwillig als Kanonenfutter verheizen lassen, ist alles andere als leichte Kost. Dabei fand ich vor allem faszinierend, wie trotz begrenzter Orte und dem Fokus auf wenige Familien trotzdem eine große Bandbreite an Sichtweisen abgedeckt wird. Es gibt diejenigen, die der Nazi-Ideologie blind folgen und dafür ihre eigenen Nachbarn töten würden, aber auch diejenigen, die versuchen, die Kinder zu retten. Und viel dazwischen. Helden findet man hier allerdings keine, sondern allenfalls die beunruhigende Gewissheit, dass die Bevölkerung damals aus genauso durchschnittlichen Menschen bestand wie heute, und dass wir uns deshalb nicht einbilden sollten, dass so etwas nie wieder passieren kann. Was der Film außerdem gut zeigt ist die komplette Sinnlosigkeit des Krieges, wenn am Ende noch einmal deutlich wird, dass das Opfer der Kinder trotz des Geredes von Heldentum und Vaterlandsliebe absolut nichts Wert war. Ein bitterer, aber sehr empfehlenswerter Film, der durch eine wahre Geschichte inspiriert wurde.