The Congress ★★★★

Das diesjährige FantasyFilmfest wurde mit dieser teilweise animierten Wundertüte eröffnet. Eine gute Wahl, denn der Film war nicht nur abwechslungsreich und kreativ, sondern auch sehr berührend. Eine nachdenklich stimmende Zukunftsvision darüber, wie wir unterhalten werden wollen, über Entscheidungsfreiheit und Traumwelten.

Robin Wright spielt sich selber als ehemals erfolgreiche Schauspielerin, die aber nun mit über 40 kaum noch Aufträge erhält. Ihr Agent vermittelt ihr ein finales, lukratives Angebot: Der neue Trend ist es, sich digitalisieren zu lassen und die Rechte an diesem täuschend echt wirkendem virtuellen Charakter komplett an das Filmstudio Miramount abzugeben. Eine Revolution der Unterhaltungsbranche bahnt sich an! Der Schauspieler, der sich dazu entschließt, darf allerdings nie wieder seinem ursprünglichen Beruf nachgehen, sondern von nun an steht nur noch seine Kopie im Mittelpunkt. Nach anfänglicher Ablehnung unterschreibt Robin aus purer Alternativlosigkeit.

Was dann kommt, ist so schräg, dass ich die Inhaltsangabe an dieser Stelle abbreche. Erstklassig gezeichnet sind die folgenden Sequenzen auf jeden Fall! Indem der Film sich viel Zeit für seinen Aufbau lässt, kommt man gut in die Geschichte rein. Was sich zuerst wie eine reinrassige Hollywood-Satire anfühlt, beschränkt sich aber nicht auf bloße Kritik an der zu sehr auf Geld und Technik ausgerichteten, gefühllosen Traumfabrik, sondern die durch Robins gescannte Persönlichkeit ins Rollen gebrachte Entwicklung breitet sich auf alle Lebensbereiche aus. Die meisten Menschen lieben es sogar, sich ihres eigenen Ichs berauben zu lassen, solange es Spaß verspricht!

The Congress ist ein sehr philosophischer Film, der dabei aber nie langweilt. Im 2. Drittel gab es zwar einen kleinen Hänger, denn es fiel mir an diesem Punkt schwer, der abstrakt anmutenden Handlung zu folgen, aber glücklicherweise fing er sich dann wieder.

Es ist sicher ein Film, auf den man sich einlassen muss, und der nicht jedem gefallen wird. Er ist nicht immer schön, und er ist auch nicht immer einfach. Aber ich kann nur empfehlen, ihm eine Chance zu geben. Für Kinoliebhaber, Freunde phantasievoller Animationskunst und alle, die nach einem Film gerne noch ein wenig darüber nachdenken.