The Divine Move ★★★½

Ein bisschen kam ich mir bei THE DIVINE MOVE vor, wie bei Yu-Gi-Oh!, denn alle Charaktere nehmen das Go Spiel extrem ernst. Fantasy-Elemente gibt es zwar keine, aber es geht durchgängig darum, dass Gute gegen Böse Duelle auf dem Brett austragen - hin und wieder ergänzt durch stylische Kampfeinlagen mit den Fäusten. Auch ansonsten würde es mich nicht wundern, wenn der Film auf einem Manga basiert, denn die Typen wirken ziemlich überzeichnet und werden möglichst cool in Szene gesetzt. Ihre Dialoge drehen sich natürlich meistens ebenfalls um das Spiel, und sei es nur, um ein bisschen über das Leben an sich herumzuphilosophieren. Klingt langweilig? Nicht wirklich, denn das ist alles schräg und schnell genug inszeniert. Man kann über diesen Film gewaltig die Augen verdrehen oder man hat einfach Spaß - bei mir traf das Zweite zu. Die Konsequenz, mit der er seinem Thema treu bleibt, ist bewundernswert, und trotz einiger fieser Gewaltausbrüche steht die Unterhaltung ganz klar im Mittelpunkt.

Zur Handlung: Unser Held, ein begnadeter Go Spieler, landet unschuldig im Gefängnis und nutzt die Zeit selbstverständlich, um sich zum Megafighter trainieren zu lassen. Er tauscht seine Brille gegen einen durchtrainierten Oberkkörper und kloppt sich durch ganze Gruppen an Gegner wie durch Butter. Denn diejenigen, die ihn hinter Gitter gebracht haben, haben auch seinen Bruder getötet - und die Rache soll sein sein! Also wird trainiert, so gehört sich das in solchen Filmen. Wieder auf freiem Fuß, versammelt er eine Gruppe anderer Spieler um sich, und das Team beginnt sich die Verbrecher nach und nach vorzuknüpfen. Zuerst auf dem Brett und dann mit den Fäusten. Dabei stehen ihn solche charismatische Gegner wie "Killer" (ja, so nennt er sich) im Weg.

Der Über-Film ist THE DIVINE MOVE sicher nicht, aber wie gesagt, hat er mir Spaß gemacht. Nur ein Tipp: Er ist denke ich besser, wenn man zumindest ansatzweise etwas über die Regeln und Philosophie hinter Go weiß. Ich hatte das Spiel in seinen Grundzügen als Kind gelernt und vor dem Film mein Wissen bei Wikipedia aufgefrischt. Das würde ich jedem empfehlen. Und schön die Sonnenbrille gerade rücken, bevor die Runde beginnt.

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