The Greasy Strangler ★★★★

Für solche Filme gehe ich auf das Fantasy Filmfest! Für absurde Überraschungen, die einen in ihren Bann ziehen, Spaß machen und etwas noch nie gesehenes bieten. Und sei es nur der eklige (künstliche) Penis eines alten Mannes, der schleimige Dinge liebt.

"The Greasy Strangler" dürfte im diesjährigen Programm ein bisschen das Gegenstück zu We are the Flesh sein: Ebenfalls ein Publikumsspalter (wobei der Strangler auf dem FFF wahrscheinlich mehr Geschmäcker trifft), sehr merkwürdig, man sieht häufig Geschlechtsteile im Bild, gewürzt mit einer feinen Dosis Ekel und er beschäftigt sich mit dem Thema Familie. Aber wie man an meiner Bewertung sieht, unterscheiden sich die beiden auch gewaltig.

Bei der Ankündigung des Films wurde uns erzählt, dass bei der Vorab-Vorstellung, in der sie ihn für das Fantasy Filmfest sichteten, die meisten Besucher vorzeitig den Saal verließen. Das war in Frankfurt glücklicherweise nicht der Fall, was wahrscheinlich an den eindringlichen Warnungen lag, die davor die Runde machten. Man wusste in etwa, worauf man sich einließ... aber dass es tatsächlich dermaßen trashig und absurd werden würde, hatte ich nicht erwartet.

Sicher, nicht jeder Gag zündet, und sie wiederholen sich für meinen Geschmack etwas zu oft. Da hat ein Film wie Wrong auf humoristischer Ebene dann doch mehr zu bieten. Aber alleine schon der geschmacklose Look von "The Greasy Strangler" macht ihn sehenswert. Dazu der Soundtrack, die Charaktere, die Morde, das Poster... es passt alles zusammen. Einfach ein großer Spaß, wenn man mit der speziellen Art von Humor etwas anfangen kann.

Wer Angst vor dem oft beschworenen Ekelfaktor hat, sollte noch wissen, dass das alles gar nicht sooo schlimm ist. Meiner Meinung nach. Es gibt natürlich eine Menge Schleim. Aber abgesehen davon braucht man eigentlich nur unästhetische nackte Körper und hässliche Modesünden zu ertragen. Und vielleicht hilft uns das ja sogar dabei, unsere festgefahrene Vorstellung von "Schönheit" zu hinterfragen? Denn letztenendes geht es in "The Greasy Strangler" auch nur um die Liebe. No bullshit.

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Janina liked this review