The Pack ★★★

"The Pack" beginnt damit, dass unsere Heldin Charlotte in ihrem abgefuckten Auto durch eine abgefuckte Gegend fährt. Wo sich die genau befindet lässt der Film offen, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es irgendwo in Frankreich so ungemütlich ist. Die ganze Zeit habe ich darauf gewartet, dass ein vergilbter Zeitungsartikel über einen verheerenden Atomkrieg aufklärt. Aber nichts dergleichen passiert, die dreckige Optik ist bloß ein Stilmittel. Naja... wenn man einfach so hinnehmen soll, dass sich die meisten Personen benehmen, als seien sie aus einer Irrenanstalt entflohen, kann man sich auch damit abfinden, dass Frankreich im Winter ziemlich postapokalyptisch anmutet. Ein Ort, an dem abgelegene Western-Saloons gedeihen, in denen man sich am besten mit Gefluche und Geboxe vorstellt.

Charlotte fährt also die einsamen Straßen entlang und wird dem Zuschauer dabei mit einem alten Trick nahe gebracht: Sie hat einen Stapel CDs vor sich liegen und hört eifrig mitwippend Musik. So eine ist einem sofort sympathisch, die mag Musik und ist eine von uns! Leider macht sie den Fehler, einen Anhalter mitzunehmen. Das sollte man in Horrorfilmen tunlichst vermeiden, aber hätte sie es nicht getan, wäre "The Pack" ein wenig zu kurz geraten und wir hätten nicht erfahren, was es mit dem Titel auf sich hat. Auch auf die brutalen Szenen im Spacken-Saloon hätten wir dann verzichten müssen. Unsere beiden frisch miteinander bekannt gewordenen Autofahrer kehren nämlich im abgelegenen Gehöft La Spack (ja, es heißt so) ein, das von einer resoluten Madame gleichen Namens geführt wird. Dort wird dann fröhlich eingesperrt, gefoltert und gemordet. Allerdings hält sich die Gewaltdarstellung noch in im Rahmen, da hat man gerade aus Frankreich schon härteres gesehen. Es fließt genug Blut, aber der Film verdirbt einem nicht den Appetit wie es z.B. "Martyrs" durchaus hinbekommt.

In gleich bleibend trister Optik dürfen wir also mit zittern, ob es Charlotte gelingt, diesem unschönen Ort zu entkommen. Dabei wartet der Film noch mit ein paar netten Ideen auf, die ich hier nicht verraten will. Ich kann euch nur den Tipp geben, nicht zu viel über die Handlung nachzulesen, wenn ihr ihn euch ansehen wollt.

"The Pack" bietet einem zwar eine richtig taffe Dame als Protagonistin an, allerdings wurde sie mir im Verlauf des Filmes zunehmend egaler. Eindeutig eine verpasste Chance. So wie leider auch bei allen anderen Charakteren, die vor allem durch ihr total überdrehtes Verhalten auffallen. Ihre Sprüche sorgten zwar für den einen oder anderen Lacher, aber wenn sie um Leben oder Tod kämpfen lässt das einen wiederum kalt.

Der Handlungsverlauf hat mir zwar gut gefallen, weil man anfangs noch total im Dunkeln tappt und nur Schritt für Schritt erfährt, worum es überhaupt geht. Aber auf einiges hätte man näher eingehen sollen, während andere Szenen ruhig etwas kürzer hätten ausfallen können. So bleibt am Ende das Gefühl, einen ordentlichen Film mit einigen richtig guten Ideen gesehen zu haben, der aber als Gesamtwerk zu viele Macken hat, um zu den richtigen Highlights des Genres zu gehören.