The Presence ★½

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Found Footage Horror im Stil von Blair Witch Project oder Paranormal Activity aus deutschen Landen - das ist ungewöhnlich. Ich hätte es dem Film gegönnt, dass er mir gefällt, aber das hat leider nicht ganz geklappt.

Das größte Problem sind für mich die Charaktere. Klar, die stellen gerade in diesem Genre selten die intellektuelle Speerpsitze der Gesellschaft dar. Dumme Entscheidungen reihen sich an platte Dialoge und geballte soziale Inkompetenz. Das sind wir gewohnt. Aber hier war es besonders auffällig. Mal sind sie ängstlich, mal wütend, dann plötzlich wieder entspannt... als hätten die einzelnen Szenen nichts miteinander zu tun und wären wild zusammengewürfelt worden. Ziemlich schnell wird sich damit abgefunden, dass hier übernatürliche Kräfte am Werk sind, aber kurz vorm Ende beschuldigen sie sich dann trotzdem gegenseitig? Und wieso sitzt die Freundin das alles durch, obwohl sie offensichtlich Angst hat und genervt von ihren Begleitern ist?

Schade ist außerdem, dass DIE PRÄSENZ sich nicht traut, originelle Ideen einzubauen. Stattdessen hält man sich an die absoluten Grundlagen des Found Footage Horrorfilms. Wenn man schon mehr in der Richtung gesehen hat, macht es das leider gerade zum Ende hin immer langweiliger.

Das Setting in der verlassenen Burg hat mir allerdings sehr gefallen, und man hätte die Geschichten, die erzählt werden, ruhig direkter in die Geisteraktivitäten einbauen können. Das waren alles ordentliche Ansätze. Und sogar die Spukszenen an sich waren nicht schlecht inszeniert, es gibt wenig Längen und viele Jump Scares. Lärm und verzerrte Kamerabilder alleine reichen nur nicht mehr... Wenn man sich darauf beschränkt, hätte der Rest besser sein müssen. Das Problem kommt wahrscheinlich daher, dass es wenige deutsche Horrorfilme gibt, und sich Regisseure deshalb wenig trauen. Es gibt ja kaum direkte Konkurrenz, von der man sich durch Ideenreichtum abheben muss. Dazu passt auch die Zeile auf dem Palakt "Der deutsche Horrorfilm" - sein größtes Alleinstellungsmerkmal ist es, dass er deutsch ist.

Fairerweise sollte ich dazu sagen, dass ich mir mit Low Budget Filmen grundsätzlich schwer tue. Man kann dem Film ruhig eine Chance geben, aber für mich reicht es nur zu einer knapp unterdurchschnittlichen Note. Wenn die Charaktere nicht so anstrengend gewesen wären, wäre mehr drin gewesen.