The Rescuers Down Under ★★★

Vorweg: Erinnert ihr euch an Gwen? Die Gwen, die Anfang der 90er gefühlt alle 2 Wochen im Disney Club aufgetreten ist und anderen Kindern dabei einen penetranten Ohrwurm von ihrem Bernard & Bianca Lied verpasst hat? Ach Gwen... ich hatte dich komplett vergessen, bis mir gerade die ersten Töne des Abspann-Gedudels einen Flaschback verpasst haben, der seinsgleichen sucht. Ich kannte den ganzen Text auf einmal wieder!

Dagegen erinnerte ich mich an sehr wenig aus dem eigentlichen Film, obwohl er eines meiner frühesten Kinoerlebnisse war. Schon damals mochte ich den modernen Zeichenstil, der sauberer als in der Vergangenheit wirkte, weil Disney langsam auf die Unterstützung von Computern setzte. Außerdem war diese erste große Disney-Fortsetzung sehr actionreich und hatte eine Menge Humor zu bieten, der einer Achtjährigen gerecht wird.

Leider sind lustig schnatternde, hyperaktive Tier-Sidekicks heute aber nicht mehr mein Ding. Was schade ist, weil der Film ziemlich viele davon hat, während seine beiden gewohnt sympathischen Hauptfiguren etwas untergehen. Und obwohl er zwischen ARIELLE und DIE SCHÖNE UND DAS BIEST erschien, umweht ihn nicht die Magie dieser beiden modernen Märchenklassiker. Irgendetwas fehlt. Der Bösewicht ist okay, aber hat wenig Alleinstellungsmerkmale. Die Sidekicks sind wie erwähnt auch eher lahm. Es gibt zwar einen guten Score, aber keine Songs (wenn man von den unmotiviert vorgetragenen Ansätzen des Wilderers absieht).

Dabei kann ich nicht einmal genau sagen, ob mir das Original besser gefallen hat als die Fortsetzung. Ich denke, beide haben ihre eigenen Stärken und Schwächen, die sich ausgleichen. Visuell und als actionreicher Abenteuerfilm funktioniert BERNARD UND BIANCA IM KÄNGURUHLAND gut, und wenn man sich in die Zeit zurückversetzt, wirken vor allem die Flugszenen richtig beeindruckend. In der top Liga der Disneyfilme spielt er allerdings nicht.